Die letzten Zwölf gehen im Verband auf

Nobitz.  Nobitz komplett beim ZAL mit Wasser und Abwasser. Offenbar keine Zweifler mehr.

In Zürchau soll die alte Brücke über dem Bornshainer Bach Richtung Saara erneuert werden. Sie habe nicht nur altersbedingte Schäden, sondern auch an der Last des Verkehrsaufkommens wegen der Umleitung zum Brückenbau Lehndorf schwer zu tragen gehabt. Am 29. Oktober wird deshalb zur Gemeinderatssitzung eingeladen.

In Zürchau soll die alte Brücke über dem Bornshainer Bach Richtung Saara erneuert werden. Sie habe nicht nur altersbedingte Schäden, sondern auch an der Last des Verkehrsaufkommens wegen der Umleitung zum Brückenbau Lehndorf schwer zu tragen gehabt. Am 29. Oktober wird deshalb zur Gemeinderatssitzung eingeladen.

Foto: Petra Lowe

Dass sich im Zweckverband Altenburger Land (ZAL) Widerstand formieren würde, war nicht zu erwarten. Einhellig war am Donnerstagabend zur Verbandsversammlung dann auch das Ja von 29 Verbandsräten zur Aufnahme der letzten zwölf von 47 Nobitzer Ortsteilen.

„Die Ängste konnten noch im Ausschuss davor ausgeräumt werden“, sagt ZAL-Vorstandsvorsitzender Marcel Greunke (CDU). Man habe darüber diskutiert, ob es für die anderen teurer werde, wenn neue hinzukämen. „Kurzfristig ändert sich nichts“, so Greunke. Langfristig seien Investitionen nötig, doch die Solidargemeinschaft sei jetzt größer, um die Last zu tragen.

Nobitzer Gemeinderat dafür – bis auf einen Abgeordneten

Einen Tag früher hatte die Mehrheit des Nobitzer Gemeinderats für den Ver- und Entsorgungsgang der letzten Zwölf zum ZAL votiert. 16:1 der Endstand. Nur Thomas Hummel (CDU) aus Saara hatte dagegen gestimmt, dass Gieba, Goldschau, Gösdorf, Großmecka, Löhmigen, Maltis, Podelwitz, Runsdorf, Tautenhain, Zehma, Zumroda und Zürchau mit dem neuen Jahr vom ZAL versorgt werden. Es sei bei der Gemeindefusion mit Nobitz von den damaligen Gemeinderäten aus Saara versprochen worden, den Versorgungsbetrieb BgA zu erhalten. Er stehe zu diesem Versprechen aus 2012, so Hummel.

Ein anderer damaliger Saaraer Gemeinderat meldete sich zu Wort und stimmte für den Übergang, wenngleich hörbar nicht mit voller Begeisterung: Michael Apel (CDU) aus Podelwitz sagte, er habe sich zur Zustimmung nach „Gesamtwürdigung aller Argumente“ entschieden.

Einsparungen und Erleichterungen für Verwaltung und Bauhof

Die etwa 200 Podelwitzer sind von den Neuerungen des Thüringer Wassergesetzes und damit zukünftigen Aktivitäten des ZAL betroffen. Gemeinden mit über 200 Einwohnern müssen an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden – in Nobitz jetzt die Aufgabe des ZAL. Für Frank Kiontke (SPD) sei die Aufnahme eine „vernünftige Lösung“. Auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, habe man zu einem guten Miteinander gefunden.

Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) warb dafür, die Einsparungen und Erleichterungen für Verwaltung und Bauhof zu bedenken. Darüber hinaus sei man angesichts der Forderungen aus Erfurt nach einem über 90-prozentigen Anschluss der Thüringer Orte an ein zentrales Netz mit einem starken Verband ganz anders verhandlungsfähig, so Läbe. „Wir lassen doch niemanden im Regen oder besser Wasser stehen.“

Ungenutzte Bürgerfragestundezur Eingliederung

Da es in einigen, der jetzt dem ZAL zugeordneten zwölf Orte Befürchtungen wegen eines zentralen Anschlusses gegeben hatte, stellte Läbe eine Bürgerfragestunde dem Beschluss im Gemeinderat voran. Doch nicht eine einzige Frage kam. Nicht ein zweifelnder Bürger erschien. Die Verhandlungen sind durch, in der Vereinbarung von ZAL und Gemeinde mussten nur noch kleine Korrekturen vor der Unterzeichnung eingearbeitet werden. So würde die Verwaltung keine Bescheide mehr ausgeben, um Vorleistungen für 2021 abzufordern. Das käme alles vom ZAL, sagt Hauptamtsleiter Ralf Graichen. Und anders als vorgesehen, bliebe der Tiefbrunnen in Löhmigen im Besitz der Gemeinde. Einen Brunnen ohne das dazugehörige Grundstück wegzugeben, mache keinen Sinn, sagt Läbe.

Abrechnungen und Bescheide fit für Übergang

Eins noch: Die Abwasserabgabe in Höhe von jährlich 17,90 Euro pro Person, die sonst am 1. April fällig wäre, wird schon am 1. November abgerechnet. Graichen möchte die Bescheide schon im Dezember verschicken. „Um die Abrechnung bereinigt übergeben zu können, müssen wir die Satzung ändern“, sagte Graichen. Nichts leichter als das – einstimmig angenommen.

Für Wilchwitz wurden auf der Gemeinderatssitzung Pläne zur Kleinkläranlage Dorfplatz 1 zurückgepfiffen. Der Gemeinderat hat sich gegen die bislang geplante Umrüstung zur vollbiologischen Anlage entschieden. Zum Ende des Monats ist Schluss mit dem Vorhaben. Stattdessen geht es nun um den Anschluss an eine zentrale Kläranlage.

Straße zwischen Paditz und Kotteritz voll gesperrt

Blieben noch die Informationen zum Baugeschehen im Nobitzer Gebiet, über das zur Ratssitzung informiert wurde: Die Mühlgrabenbrücke in Münsa soll bis spätestens erste Dezemberwoche fertig sein. Dann müsste der Verkehr nicht mehr über Wilchwitz rollen, wie seit nun über einem Jahr. Ulrike George, die in Wilchwitz wohnt, hatte schlimmste Befürchtungen, wenn die Umleitung nicht bald aufgelöst werde. Eine Nerven zerreibende Sache seien die vielen Autos und Lkw, die durch Wilchwitz drängen. Läbe meint: „Die sechs Wochen werden wir noch schaffen“.

Allerdings droht dann weiteres Ungemach zwischen Ehrenberg und Kotteritz. Ab Montag wird die Straße zwischen Paditz und Kotteritz voll gesperrt. „Wir haben keine andere Möglichkeit“, sagt der Bürgermeister.