Die Stille wahrnehmen

Pfarrerin Marina Mönnich

Pfarrerin Marina Mönnich

Foto: Philipp Brendel

Dobitschen. Die Adventszeit ist eine ganz besondere Zeit im Jahr. Dieses Jahr scheint jedoch alles ganz anders. Was macht die Vorweihnachtszeit für viele so einzigartig?

Was ist das Besondere an der Adventszeit?

Für die Christen ist es das Warten auf die Ankunft unseres Herrn. Wir wissen oft im Leben nicht, was uns erwartet. Das kann mit Ängsten und Befürchtungen verbunden sein. Im Glauben ist man aufgefordert, zu warten auf das Neue im Leben. Wie arm wäre das Leben, wenn wir nichts mehr erhoffen und erwarten könnten? Jeder kann sich daran erinnern, was er im Leben erwartet hat. Für mich war es zum Beispiel die Vorfreude auf die Zuckertüte zum Schulanfang.

Was unterscheidet diese Vorweihnachtszeit unter Corona von den vorherigen Jahren?

Weihnachten liegt den Menschen so sehr am Herzen. Den Pfarrern ist es sehr wichtig, eine Christvesper in irgendeiner Form dennoch zu ermöglichen. Wir sind derzeit so herausgeworfen aus unseren Traditionen. Die Menschen sollen trotzdem Frieden durch eine Christvesper erfahren dürfen.

Wie erleben Sie persönlich Ihre Adventszeit?

Ich versuche für mich still zu werden und diese Stille bewusst wahrzunehmen. Gerade hier in Dobitschen ist es in der Woche sehr laut durch den Straßenverkehr. Nur am Sonntagmorgen ist es es einfach nur still. Eine solche Pause ist unglaublich wichtig. Gerade der Sonntag soll auch ein besonderer Tag bleiben.