Dobitschen bekommt Feuertreppe – vieles fehlt noch

Dobitschen.  Regelschule Dobitschen fordert weitere Investitionen in Turnhalle und Nachhaltigkeit

Schulleiter Tino Schädlich vor der Regelschule. Ungefähr in der Mitte der Schulhausfront soll die Treppe installiert werden. 

Schulleiter Tino Schädlich vor der Regelschule. Ungefähr in der Mitte der Schulhausfront soll die Treppe installiert werden. 

Foto: Philipp Brendel

„Wenn in den nächsten fünf Jahren nicht investiert wird, ist ein Ende abzusehen“, sagt Schulleiter Tino Schädlich. Der Kreistag habe sich zwar am 24. Juni deutlich für einen Erhalt des Schulstandortes Dobitschen ausgesprochen. Konkrete Taten ließen bislang aber auf sich warten. Darum hat die Schulkonferenz der Regelschule vorige Woche einen Brief an die Fraktionen des Kreistages geschickt und diese zum Handeln aufgefordert.

Man sei sich einig, „dass ihre Schule in der Wahrnehmung des Landkreises kaum existierte und in den letzten Jahrzehnten hinsichtlich größerer Investitionen keine Beachtung fand“, heißt es in dem Brief. Jedoch sah sich Landrat Uwe Melzer (CDU) erst auf Nachfrage von Björn Steinicke, Beigeordneter der Gemeinde Dobitschen, im Kreistag zu einer Auskunft genötigt. Die Brandschutztreppe für die Regelschule sei im Haushalt für 2021 vorgesehen. Derzeit befinde man sich in der Feinplanung und Ausschreibungsphase. Wahrscheinlich könne die Treppe noch in diesem Schuljahr gebaut und fertig gestellt werden, so der Landrat.

Neubau einer Sporthalle notwendig

„Dann hat unser Antrag ja offensichtlich doch etwas gebracht“, freut sich Schulleiter Tino Schädlich, der erst auf Anfrage der Schmöllner Nachrichten von dieser Zusage erfahren hat. Wenn die Brandschutztreppe steht, kann auch die obere Etage mit dem Physikkabinett und einem Computerraum wieder genutzt werden. Damit allein sei es jedoch nicht getan, so Schädlich, der weitere Punkte aufzählt. So bittet die Schulkonferenz um den Bau einer Sporthalle und angrenzender Freisportanlage in unmittelbarer Schulumgebung.

Der derzeit für den Sportunterricht genutzte umgebaute Saal in Rolika entspreche eher einer Übergangslösung als einer modernen Sporthalle. Ein Umkleideraum konnte lange Zeit aufgrund des baulichen Zustands lange Zeit nicht genutzt werden und wurde durch die Gemeinde notdürftig hergerichtet. Auch die Umkleideräume neben dem ebenfalls genutzten Fußballplatz in Dobitschen befänden sich in einem katastrophalen Zustand. Zudem müssen zu beiden Orten jeweils 15 Minuten Wegezeit eingeplant werden.

Lehrermangel bereitet Probleme

Weitere Verbesserungen wünscht sich die Schulkonferenz aus Eltern, Lehrern und Schulleitung bei der Gestaltung der Außenfassade, der Umgestaltung des Schulhofareals sowie der Installation einer Solaranlage. Man habe sich um das Zertifikat der „Nachhaltigkeitsschule“ beworben, weil man das Profil schärfen wolle, so Tino Schädlich. Denn man müsse auch attraktiv für Lehrer werden. Lehramtsanwärter, die nach einem zukünftigen Arbeitsort Ausschau halten, werden sich nicht für eine Schule bewerben, in die seit Jahrzehnten kaum investiert wurde und deren Schließung bereits zur Debatte stand, sagt er. „Wenn ich nicht bald Lehrer herbekomme, sieht es schlecht aus“, so Schädlich.

Derzeit sei eine Stelle ausgeschrieben, obwohl man anderthalb bräuchte. Zudem gehen alleine in den nächsten fünf Jahren drei Lehrkräfte in Ruhestand. Dabei werde die familiäre Atmosphäre der Regelschule unter den rund 120 Schülern sehr geschätzt. Doch nun stehe die Schule am Scheideweg, schließt der Appell an die Kreistagsfraktionen: „Entweder sie wird zu einem unattraktiven, ausblutenden Auslaufmodell oder zu einer echten Alternative zu den Stadtschulen in Altenburg und Gera.“