Doppel-Meister Motor Schmölln muss absteigen

Schmölln.  Geschichte(n) aus dem Altenburger Land Spieljahr 1964/1965, 1. Fußball-Kreisklasse Spielunion Altenburg/Schmölln

Heiß her ging es Mitte der 1960-er mitunter auf den Fußballplätzen im Altenburger Land.

Heiß her ging es Mitte der 1960-er mitunter auf den Fußballplätzen im Altenburger Land.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Das Spieljahr 1964-1965 war von großem Zuschauerinteresse und vielen Toren gekennzeichnet. Mit jeweils 19 Saisontoren wurden der Gößnitzer Dieter Schubert und Frank Öler (Dynamo Altenburg) gemeinsam Torschützenkönige. Auf Platz drei folgen Kurt Ullmann (Motor Altenburg II) und Bernd Friedrich (Traktor Starkenberg) mit je 17 Toren. Das torreichste Spiel lieferten sich Fortschritt Nobitz und Traktor Starkenberg mit elf Toren beim 4:7 am 25. Oktober 1964.

Ganze Familien aus Schmölln und Umgebung auf den Fußballplätzen

Motor Altenburg II setzte mit 35 Akteuren die meisten ein vor Chemie Rositz II (32), Aktivist Wintersdorf II (30) und Motor Schmölln (26).

In der Schmöllner Region herrschte großes Interesse am Fußball. Ganze Familien zog es auf die Sportplätze am Sonnabendnachmittag. Den größten Anhang verbuchten Motor Schmölln (2300), Motor Gößnitz (2150) und BSG Lucka (1850). Am 13. September 1964 sahen 330 Fans das Derby zwischen Motor Gößnitz und Motor Schmölln (3:1).

Fünf Teams kämpfen um zwei Aufstiegsplätze

Eine starke Serie lieferten auch Traktor Starkenberg auf Platz vier und BSG Lucka auf Platz 5 ab. Im Feld der zwölf Teams herrschte eine große Ausgeglichenheit. Keine Mannschaft kam ungeschoren durch die Saison. An der Tabellenspitze kämpften fünf Teams um zwei Plätze in der Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse.

Dynamo Altenburg sorgt für eine Sensation

Am 26. April 1965 wurde der 22. und letzte Spieltag ausgetragen. Durch ein 7:0 in Dobitschen holte sich Motor Altenburg II den Kreismeistertitel. Punktgleich knapp geschlagen sorgte Aufsteiger SG Dynamo Altenburg für eine Sensation. Mit einem 2:1 bei Chemie Rositz II Altenburg den zweiten Platz und qualifizierte sich ebenso für die Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse ab Mai 1965.

Enttäuschung in Schmölln und Dobitschen groß

Im Abstiegskampf trat der Härtefall von drei Absteigern ein und ständig waren sieben Teams im Strudel verwickelt. Auf den Plätzen 6 bis 9 konnten sich Aktivist Wintersdorf II, Chemie Rositz II, Fortschritt Nobitz und Traktor Ehrenhain knapp retten. Wintersdorf II sicherte sich den Klassenerhalt. Ältester Akteur war der 35-jährige Werner Hösel. Bei Chemie Rositz II machte sich der große Kader bezahlt und der gute Start.

Riesenenttäuschung dagegen herrschte nach Saisonabschluss in Schmölln und Dobitschen. Doppelmeister Motor Schmölln mit den Torschützenbesten Rainer Petermann (10 Tore), Egon Simon, Fritz Gehrt (beide 6) sowie Hans Kettmann und Reiner Küchler (beide 3) musste ebenso absteigen wie Vizemeister Traktor Dobitschen mit seinen Torschützenbesten Hans Jürgen Heitsch und Günter Heimer (beide 8 Tore) sowie Dieter Bretschneider und Dieter Kresse (beide 5).

Das FDGB-Kreispokalendspiel im KFA Schmölln gewann Motor Gößnitz mit 3:2 gegen Motor Schmölln. Dieter Schubert, Erwin Hayduck und Lothar Kurz schossen für Gößnitz, Melzer und Pfefferkorn für Schmölln die Tore.

Eklat in der Aufstiegsrunde

In der Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse Staffel B mit sieben Meistern zeigte Motor Altenburg II gute Leistungen und konnte gegen Fortschritt Groitzsch (3:1), Traktor Belgern (3:1) und Traktor Zschernitz (4:0) drei Siege erzielen. Zwei 0:1-Niederlagen bei Staffelsieger Turbine Markranstädt (0:1) und Traktor Großsteinberg sowie das 2:3 gegen Empor Wurzen II kosteten jedoch den Aufstieg, zumal durch den Einsatz eines unberechtigten Spielers (Bauer) im Spiel gegen Belgern noch ein Punktabzug erfolgte. Für Vizemeister SG Dynamo Altenburg war als Neuling der zweite Platz in der Kreisklasse ein großer Erfolg: In der Aufstiegsgruppe A gelang Altenburg gegen Aufbau Mügeln mit 3:1 nur ein Sieg. Niederlagen gegen Motor Eythra 3:4, Motor Roßwein 0:4, Traktor Taucha 0:3, Vorwärts Eilenburg 1:12 und Aktivist Thräna 2:4 bedeutete Rang 7. Gefeiert wurde aber trotzdem, nämlich in der Dynamo-Stammkneipe gegenüber der Sportanlage Plateau in der Leipziger Straße.

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