Drastischer Preisanstieg bei den Müllgebühren im Kreis Altenburger Land

Altenburg.  Wegen ungünstiger Marktlage steigen die Kosten für Restmüll-Entsorgung um rund 70 Prozent. Auch die Jahresgebühr wird erhöht

Illegal abgelagerten Müll zu entsorgen kostet den Landkreis rund 65.000 Euro jährlich, hier am Altenburger Bahnhof. Weil das Müllaufkommen trotz stetig sinkender Einwohnerzahl nicht abnimmt, können die Müllgebühren nicht mehr gehalten werden..

Illegal abgelagerten Müll zu entsorgen kostet den Landkreis rund 65.000 Euro jährlich, hier am Altenburger Bahnhof. Weil das Müllaufkommen trotz stetig sinkender Einwohnerzahl nicht abnimmt, können die Müllgebühren nicht mehr gehalten werden..

Foto: Landratsamt Altenburger Land

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, betonte Carsten Helbig (SPD) mehrfach. Der von ihm geführte Werkausschuss hat dem Kreistag eine erhebliche Erhöhung der Müllgebühren vorgeschlagen. Denn im Jahr 2019 hat der Bereich Abfallwirtschaft ein Minus in Höhe von rund 120.470 Euro erwirtschaftet.

Die Gründe dafür führte dessen Leiterin Andrea Gerth aus. So hätten sich die Kosten für die Verbrennung von Restmüll gegenüber der letzten Kalkulation etwa verdoppelt, von bisher 65 Euro auf künftig etwa 135 Euro je Tonne. Auch bei der Verwertung von Sperrmüll steigen die Kosten von 78 auf 159 Euro je Tonne. Im Gegenzug seien die Erlöse für Pappe und Papier um fast 90 Prozent gesunken. Zudem beobachte man, dass trotz stetig sinkender Einwohnerzahlen das Müllaufkommen nicht abnehme. So liege die entsorgte Menge Restmüll seit drei Jahren stabil bei rund 9500 Tonnen, der zu entsorgende Sperrmüll habe rasant zugenommen.

Neue Zusatzgebühr für falschgefüllte Mülltonnen

Man habe die Gebühren jahrelang stabil halten können. Gegenüber dem Jahr 2011 bezahlen die Einwohner im laufenden Jahr sogar weniger, führte Gerth aus. Doch im Vergleich zur aktuellen Gebührensatzung werden alle Einwohner ab 2021 deutlich mehr zahlen müssen. So steigen die Kosten für die Entleerung einer 80 Liter Tonne von 2,08 Euro auf 3,54 Euro, das entspricht einer Erhöhung um rund 70 Prozent. Außerdem wird ab kommendem Jahr eine Zusatzgebühr eingeführt, falls der Müllbehälter falsch gefüllt ist. Diese beträgt 70 Cent für die kleinste Tonne.

Auch bei der Biotonne werden die Gebühren angehoben, diese fallen mit rund 4,55 Prozent aber vergleichsweise moderat aus. So kostet die wöchentliche Entleerung einer 80 Liter Tonne statt bislang 60,88 Euro künftig 63,65 Euro. Die Festgebühr beträgt für jeden Bewohner eines anschlusspflichtigen Grundstücks künftig 42,72 Euro. Das ist eine Steigerung um 11,25 Prozent gegenüber der aktuellen Festgebühr von 38,40 Euro.

Es sei eine ganze Menge an ungünstigen Faktoren zusammengekommen, die sich auf die Preise auswirkten, sagte Frank Tempel (Die Linke). Diese Anhebung sei leider tatsächlich notwendig. Man müsse langfristig unabhängig auf dem Gebiet der Müllentsorgung werden. Carsten Helbig regte an, einen länderübergreifenden Zweckverband dafür zu gründen. Marcel Greunke (CDU) dankte für den transparent geführten Prozess. Er vermutete, dass es eine regionale Müllverbrennungsanlage im Besitz eines Zweckverbandes bräuchte.