Dritter Corona-Fall im Altenburger Land

Altenburg.  Test bei einem 59-Jährigen fiel positiv aus. Am Montag, 16. März, tagt interner Verwaltungsstab des Landratsamtes. Veranstaltungen mit 50 Besuchern verboten.

Am Wochenende wurde ein dritter Corona-Fall im Altenburger Land gemeldet.

Am Wochenende wurde ein dritter Corona-Fall im Altenburger Land gemeldet.

Foto: Peter Michaelis

Im Altenburger Land gibt es einen dritten Corona-Fall. Das bestätigte Landrat Uwe Melzer (CDU) am Wochenende auf Nachfrage dieser Zeitung. Ein 59-Jähriger hat sich auf einer Südeuropa-Reise mit dem Virus angesteckt – am Sonnabend sei das positive Testergebnis eingetroffen.

„Der Mann war mit jener Reisegruppe unterwegs, zu der auch die beiden bereits am Freitag bestätigten Fälle gehörten.“ Die Gruppe, die laut Melzer acht Teilnehmer zählte, war in Risikogebieten in Griechenland und Italien unterwegs, am 10. März kehrte sie zurück. „Die Reisenden haben sich allesamt vorbildlich verhalten“, lobte Melzer. Direkt nach ihrer Ankunft zu Hause habe man sich telefonisch beim Gesundheitsamt des Kreises gemeldet und sich testen lassen. Auch seien alle zu Hause geblieben. Weshalb es bei dem dritten Covid-19-Erkrankten lediglich eine einzige Kontaktperson gebe, die bereits ermittelt und negativ getestet worden sei.

Interner Verwaltungsstab wird erweitert

Für Montag, 16. März, wurde zudem der interne Verwaltungsstab der Kreisverwaltung einberufen, um die aktuelle Lage angesichts der Corona-Pandemie zu besprechen. Dabei werden die Konsequenzen aus dem Erlass des Freistaates Thüringen festgelegt, der Veranstaltungen ab 50 Besuchern ab sofort untersagt. „Das spielt jetzt für uns und unsere Region eine große Rolle", so Melzer.

Der bis dato intern arbeitende Verwaltungsstab soll demnach erweitert werden, um die Krise zu meistern und den Informationsfluss zu erhöhen. Dem Gremium gehören bis dato weder Bürgermeister noch die Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaften im Altenburger Land an. Diese werden bisher laut Melzer gesondert mit Informationen versorgt. „Wir haben aber Technik in Vorbereitung, die Telefonkonferenzen ermöglichen sollen. Ich hoffe, Montag oder Dienstag ist sie einsatzbereit“, sagt der Landrat.

Am Montag soll auch darüber beraten werden, ob das Landratsamt eine Hotline einrichten kann, um Fragen der Bevölkerung zum Thema Corona und seine Folgen für das Altenburger Land zu beantworten. Aber: „Das Problem ist, dass wir diese dann rund um die Uhr mit Fachleuten besetzen müssen, sonst macht das ja keinen Sinn“, findet Melzer. Unabhängig davon will er anregen, aktuelle Informationen und Entwicklungen rund um dieses Thema auf der kreiseigenen Internet-Seite einlaufen zu lassen.

Keine konkrete Information gibt es aktuell, wie die Betreuung für jene Kindergarten- und schulpflichtigen Kinder aufrecht erhalten werden soll, deren Eltern in so genannten sensiblen Berufen arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Ärztinnen und Ärzte, Beschäftigte in Pflegeberufen, im Bereich Ordnung und Sicherheit, bei Feuerwehr und Katastrophenschutz. „Da haben wir noch keine Lösung. Für Montag ist jedoch eine Schaltkonferenz mit dem zuständigen Ministerium in Erfurt anberaumt, von der ich mir Antworten erhoffe“, erläutert der Landrat. Im Grunde, so fügt er hinzu, müsse man Betreuungseinrichtungen für einige wenige Kinder offen halten.

Turnhallen und Museen schließen, keine Besucher in Pflegeheimen

Melzer geht davon aus, dass der Besuchsverkehr in den Pflegeheimen der kreiseigenen Heimbetriebsgesellschaft stark eingeschränkt oder ganz verboten wird. Kreiseigene Turnhallen werden laut ihm geschlossen, Volkshochschule sowie Musikhochschule seien aufgefordert, zu schließen oder nur die notwendigste Arbeit zu erledigen. Einzelunterricht könne möglicherweise noch stattfinden. Von Schließung betroffen seien außerdem die kreiseigenen Museen.

Das Museum Burg Posterstein hat bereits am Samstag, 14. März, reagiert. Es bleibt auf Grund der Corona-Pandemie und um die Ansteckungsgefahr zu bannen für seine Besucher geschlossen. Die Mitarbeiter führen aber online sowie über verschiedene soziale Netzwerke durch die Ausstellungen des Hauses und lassen die Menschen virtuell an ihrer Arbeit teilhaben.