Einer engen Holperpiste soll es in Gößnitz an den Kragen gehen

Gößnitz.  Die Planungen zur Sanierung der Kauritzer Straße in Gößnitz gehen in die nächste Etappe

Die Kauritzer Straße in Gößnitz soll saniert werden.

Die Kauritzer Straße in Gößnitz soll saniert werden.

Foto: Philipp Brendel

Das ist keine schöne Angelegenheit. Wer derzeit über die Kauritzer Straße in Gößnitz fährt, der wird ordentlich durchgeschüttelt. Die Straße präsentiert sich mit tiefen Schlaglöchern und welligem Pflasterbelag. Zum Glück ist da noch kein Auto in den Löchern verloren gegangen. Doch jetzt könnte es der alten Holperpiste endlich an den Kragen gehen. Dabei könnte sich die Bauumsetzung der teilweise sehr engen Straße als kompliziert erweisen.

Zwei Varianten der Straßengestaltung diskutiert

Am Montag hat das Ingenieurbüro Katzung aus Weimar zwei Varianten der Sanierung der Straße auf der jüngsten Sitzung des Bau-, Grundstücks- und Umweltausschusses im Gößnitzer Rathaus vorgestellt. Demnach lasse die Straßenbeschaffenheit der Kauritzer Straße nur einen Spielraum an Varianten zu, die Straße umzugestalten. Es sind zwei Varianten ausgearbeitet worden, die sich jedoch nur in der Gestaltung unterscheiden würden. Eine bestmögliche Nutzung für Verkehrsteilnehmer sei in beiden Varianten gleich.

Die Enge der Straße muss berücksichtigt werden

Herausforderung ist, dass die Straße so schmal ist, wie auch der Bürgermeister von Gößnitz, Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) verdeutlicht: „Die Enge der Straße ist an manchen Stellen einfach gegeben.“ So soll sich die Fahrbahn nach Umgestaltung der Kauritzer Straße an den Engstellen von drei Metern bis zu einer Breite von fünf Metern im weiteren Straßenverlauf aufweiten können.

Größter Gewerbebetrieb braucht durchgängig Zufahrt

Anwohner hatten vor allem zur Bauausführung Diskussionsbedarf. Es wurde danach gefragt, ob eine ungehinderte Zufahrt für die Gewerbetreibenden wie die Alaska Tiefkühlkost GmbH gegeben sei. Günther Kupfer, Leiter vom Bauamt Gößnitz, informiert darüber, dass zwei Bauabschnitte vorgesehen sind. Der erste Bauabschnitt soll vom Heimatmuseum bis zur Firma Alaska, ein zweiter Bauabschnitt von dieser Firma bis zur Südstraße reichen. Damit wäre die Lkw-Befahrbarkeit für den größten Gewerbebetrieb der Straße gegeben.

Schäden an Häusern befürchtet

Besonders die Anwohner der Engstelle der Straße ab dem Heimatmuseum bis zur Schönburger Straße befürchten während der Baumaßnahmen Schäden an ihren Häusern. So soll es etwa Schäden am Museum gegeben haben, als dort die Straße saniert wurde. Erschwerend käme hinzu, dass die Gebäude nicht unterkellert seien und nur ein einfaches Fundament besäßen. Günther Kupfer kann beruhigen. Vor der Baumaßnahme würden Bauuntersuchungen durchgeführt werden, um Schäden möglichst zu vermeiden.

Umsetzung lässt noch auf sich warten

Aufgrund der Straßenbelastung durch die 40-Tonner mit bis zu 50 Anlieferungen in der Woche von Alaska entschied sich der Ausschuss für eine der zwei Gestaltungsvarianten. Bei dieser soll durch abgerundete Borde und Asphaltierung der Randbereiche ein einwandfreier Lieferverkehr ermöglicht werden. Neben der Neugestaltung der Straße sollen auch Abwasser- und Trinkwasserleitungen sowie die entsprechenden Anschlüsse erneuert werden. Bis zur Bauausführung werden sich jedoch Anlieger noch gedulden müssen. Der erste Bauabschnitt bis Alaska soll frühestens 2022, der zweite Abschnitt bis zur Südstraße 2023 umgesetzt werden. Der Stadtrat muss dem Vorhaben noch seine Zustimmung geben.