Einwohner im Altenburger Land Trennen Müll vorbildlich

Schmölln/Altenburg.  Entsorger sammelte im vergangenen Jahr rund 4200 Tonnen Sperrmüll ein.

Illegal entsorgter Müll am Altenburger Bahnhof. Der Verursacher konnte nicht ausfindig gemacht werden, weshalb der Grundstückseigner den Unrat beseitigen musste.

Illegal entsorgter Müll am Altenburger Bahnhof. Der Verursacher konnte nicht ausfindig gemacht werden, weshalb der Grundstückseigner den Unrat beseitigen musste.

Foto: Landratsamt Altenburger Land

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Die Einwohner des Altenburger Landes sind in Sachen Mülltrennung vorbildlich. Dieses Fazit zieht Andrea Gerth, Leiterin des Dienstleistungsbetriebes Abfallwirtschaft Altenburger Land, der gegenwärtig die Hausmüllanalyse für 2019 durchführt. „Der überwiegende Teil der Einwohner hält sich an die Art und Weise, wie wir die Entsorgung im Altenburger Land geregelt haben.“

Rund 4200 Tonnen Sperrmüll sammelt der Entsorger im Jahr ein. Laut Gerth bleibt diese Menge seit drei Jahren konstant. Zu etwa gleichen Teilen entsorgen die Einwohner entweder direkt über den Abfallwirtschaftsbetrieb, der zweimal jährlich kostenlose Sperrmüllabholungen für jeden Haushalt anbietet, oder über einen der sechs Recyclinghöfe im Kreis.

Sperrmüll in Altenburger Wohngebieten sorgt für Unmut

Freilich, so Gerth, gebe es Ausreißer. Seit der Weihnachtszeit sorgte beispielsweise illegal abgelagerter Sperrmüll in den Altenburger Wohngebieten Nord und Süd-Ost für einige Wochen für Unmut. „Dabei war bekannt, dass ab Weihnachten bis zum 7. Januar des neuen Jahres keine Touren dafür fahren“, so Gerth. Die Leute hätten ihren Sperrmüll trotzdem vor die Tür gestellt. Gerth sowie Birgit Seiler, Leiterin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz und zuständig für illegale Müllablagerungen, nennen diese Vorfälle in der Skatstadt Ausnahmen.

Problematischer sei es in den ländlichen Regionen des Landkreises, dort werde regelmäßig Müll illegal in die Landschaft geschmissen. In der Regel sei es schwer, die Verursacher ausfindig zu machen. In Lucka beispielsweise musste der Landkreis 2018 für 13.000 Euro illegal abgelagerten Unrat entsorgen. „Das ist dann schon eine Hausnummer“, kommentiert Birgit Seiler. Fast schon von Mülltourismus spricht sie, wenn sie auf die Regionen an der Kreisgrenze blickt. Die Zuständigkeiten seien oftmals unklar, was die Suche nach den Verursachern erschwere. Wird illegale Müllentsorgung angezeigt, ist Seilers Fachdienst gefordert. „Finden wir den Verursacher nicht, ist der Landkreis für die Müllentsorgung zuständig, sofern er auf öffentlichen Grundstücken liegt.“ Liegt er auf privaten Flächen – ganz gleich, ob sie eingezäunt sind oder nicht – muss der Grundstückseigentümer für die Beseitigung aufkommen. Das regelt das Thüringer Abfallgesetz. „In solchen Fällen spricht man von aufgedrängtem Müll.“

Glücklicherweise werden diese Dinge auf dem Land eher pragmatisch geregelt, zumeist in Zusammenarbeit mit ihrem Fachdienst, ergänzt Birgit Seiler. Die Kommunen kümmern sich mit ihren Bauhöfen, arbeiten vor Ort beispielsweise mit Landwirtschaftsbetrieben zusammen und seien kreativ, wenn es darum geht, weitere illegale Entsorgungen zu verhindern.

In erster Linie, sagt Seiler, müsse man sich Gedanken machen, wie illegale Müllentsorgung generell verhindert werden könne. „Es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema.“ Gut findet sie Initiativen wie den Tag der sauberen Umwelt oder Frühjahrsputzaktionen, wie sie beispielsweise die Jugendfeuerwehren in Großstöbnitz oder Lehndorf regelmäßig durchführen. Lobende Worte hat sie ebenso für die Angelfischer in Schmölln, die regelmäßig die Sprotte und deren Ufer in der Knopfstadt säubern. „Solche Aktionen unterstützen wir gern, indem wir Geld für die Entsorgungskosten beisteuern. Man muss einfach bei uns im Fachdienst anrufen“, erläutert sie.

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