Einzelunterricht der Musikschule Altenburger Land über Internet wird gerne angenommen

Schmölln/Altenburg.  Musikschule des Landkreises Altenburger Land kann trotz verordneter Schließung mehr als die Hälfte der Honorarkräfte weiter beschäftigen

 Musikunterricht

Musikunterricht

Foto: Peter Michaelis

Rund 30 Honorarkräfte arbeiten derzeit als Tanz- oder Musiklehrer für die Musikschule Altenburger Land. Durch die verordnete Schließung sämtlicher Unterrichtsbetriebe am 18. März brach den meisten von ihnen das Einkommen weg. Die Schulleitung reagierte schnell, schon seit dem 23. März wird wieder Unterricht angeboten.

Allerdings digitalen Online-Fernunterricht, denn die Räume der Musikschule, wie etwa am Schmöllner Brauereiteich, dürfen weiterhin nicht betreten werden. Auch dürfen sich Lehrer und Schüler nicht persönlich treffen, zu hoch wäre die Infektionsgefahr. Doch dank des Internets findet trotzdem für rund 450 Schüler des Landkreises wöchentlich Unterricht statt - zuhause. „Das ist natürlich kein vollwertiger Ersatz, aber circa 15 Honorarkräfte und die 16 Festangestellten nehmen das wahr“, sagt Schulleiterin Gabriele Herrmann.

Lehrer und Schüler sind zeitlich flexibler

Die Unterrichtseinheiten dauern genauso lange wie vorher auch, allerdings zeigten sich viele Lehrer flexibel, was die Zeit angeht. Nach Absprache könne man in der einen Woche etwa doppelt so lange üben, wenn es in der Folgewoche nicht geht. „Viele Lehrer geben auch in den Osterferien Unterricht, weil im März ja eine komplette Woche ausgefallen ist“, so Herrmann. Wer das Angebot für den Fernunterricht nicht annehmen möchte, erhält auf Antrag eine Gebührenrückerstattung.

Die anderen Lehrkräfte könnten deshalb nicht weiter unterrichten, weil sie etwa ausschließlich Gruppenunterricht für Erwachsene in Kooperation mit der Lebenshilfe Altenburg geben. Auch der Tanzunterricht, wie bei den Ballettgruppen oder gar Musikalische Früherziehung, fällt aus. „Da ist auch mit digitalen Medien nichts zu machen“, so Herrmann. Mitunter sind auch einfach die technischen Voraussetzungen nicht vorhanden. Wobei die Musikschule dabei entgegenkomme. Denn nach Absprache können die Lehrkräfte die Räume der Musikschule nutzen und dabei auch deren Internetanschluss.

Schwierigkeiten in technischer Hinsicht minimal

Weitergehende Hilfeleistung, etwa mit technischer Ausrüstung, könne man mangels Ressourcen nicht geben. Aber glücklicherweise verfüge jede Lehrkraft über ein Handy und Internet. Die Honorarkräften dürften aber frei entscheiden, ob sie während der Schließung über das Internet unterrichten oder das Versäumte nachholen. „Mich freut, dass alle Lehrkräfte auch weiterhin telefonischen Kontakt zu ihren Schülern halten“, so Herrmann. Mitunter schickten sie sich auch Aufgabenblätter oder Videos.

„Es lief schwierig an, weil es für viele Lehrer ungewohnt war und man es bislang nicht brauchte. Die Schüler sind aber meist begeistert und die Eltern dankbar, weil das eine kleine Hilfe im Alltag ist, die Struktur bringt“, sagt die Schulleiterin. Fest steht für sie aber, dass diese Art des Unterrichts nur so lange beibehalten wird, da es nicht anders möglich ist.