Bildung

Erneut Verhandlungen über Grundschulverbund Schmöllner Land

Altenburg/Schmölln.  Landrat Uwe Melzer (CDU) schließt Änderungen am Konzept nicht aus, damit es bewilligt werden kann. Um welche es sich handelt, lässt er offen.

Über das Konzept des Grundschulverbundes für die Schmöllner Region wird im Dezember nachverhandelt.

Über das Konzept des Grundschulverbundes für die Schmöllner Region wird im Dezember nachverhandelt.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

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Sieben Schulen, ein Modell – so hat es der Kreistag Altenburger Land im Oktober beschlossen. Nun stehen erneute Verhandlungen mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport für den Versuch Inklusiver Grundschulverbund Schmöllner Land in Haus. Darüber informierte Landrat Uwe Melzer (CDU) auf der jüngsten Kreistagssitzung.

„Wir wollen 700 Schüler optimaler beschulen, um kleinere Standorte zu erhalten“, fasste er den Inhalt des Konzeptes zusammen, dessen Umsetzung er beim Land beantragen soll. Inzwischen gab es laut Melzer intensive Gespräche, am 18. Dezember sollen sie mit dem Schulamt Ostthüringen und dem Ministerium fortgesetzt werden. „Man ist willig, uns zu unterstützen. Aber es könnte passieren, dass es Änderungen geben wird, damit es bewilligt werden kann.“ Um welche Änderungen es sich handelt, ließ er offen. Wahrscheinlich sei, dass entweder der zuständige Ausschuss gesondert tagen müsse oder sich der Kreistag im Januar zu einer Extrasitzung treffe, um den Modellversuch zum Erfolg zu bringen.

Was die Gründe betrifft, hielt sich der Chef des zuständigen Fachdienstes Bildung und Infrastruktur beim Landratsamt, Bernd Wenzlau, auf Nachfrage dieser Zeitung ebenfalls bedeckt: "Wir sind in einer internen Abstimmung mit dem Ministerium.“ Ob der Antrag genehmigungsfähig sein wird nach diesen Verhandlungen? „Wir haben roten Linien gelegten, unser Konzept wurde so beschlossen.“

Bei den roten Linien handelt es sich vor allem um Fragen des Personals, das aufgestockt werden müsse. Schulleiter dürfen außerdem keine Klassenlehrer mehr sein. Auch bei den Sekretärinnen müsse nachgelegt werden. Weitere Bedingungen für das Gelingen des Verbunds zielen auf die Lehrer ab. So soll festgelegt werden, dass die Pädagogen nur an zwei Schulen pendeln dürfen. Für die Pendler soll es Abminderungsstunden und/oder eine Zulage geben. Auch die Dienstfahrten zwischen den Schulen sollen zum vollen möglichen Satz vergütet werden. Zusätzlich geschaffen werden soll die Stelle eines Verwaltungsleiters.

Und was sagt das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zu den notwendig gewordenen Gesprächen mit dem Altenburger Land? Sprecher Frank Schenker: „Aus Sicht des Ministeriums ist es wichtig, dass alle Beteiligten in die Entscheidung einbezogen werden. Gleichwohl müssen bei der Lösungsfindung Kompromisse eingegangen werden. Entscheidend ist die wohnortnahe Unterrichtsabsicherung im Interesse der Kinder.“

Grundsätzlich, so Schenker weiter, verfolge Bildungsminister Helmut Holter (Die Linke) das Ziel, auch in Zeiten des bundesweiten Lehrermangels ein wohnortnahes Schulangebot aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig sei die Reduzierung des Unterrichtsausfalls oberste Maxime. Dazu seien neben den konsequenten Neueinstellungen von Lehrerinnen und Lehrern auch strukturelle Veränderungen notwendig. Über die Ausgestaltung dieser Veränderungen müssen sich alle Beteiligten miteinander verständigen.

Zum Schulverbund gehören die Grundschulen Altkirchen, Gößnitz, Großstechau, Ponitz, Schmölln und Thonhausen sowie das Förderzentrum Schmölln. Er soll für eine Laufzeit vom 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2022 gelten mit der Option auf eine Verlängerung um zwei Schuljahre.

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