Erster Schritt in Richtung Zukunft fürs Schmöllner Museum

Schmölln.  Bestandsaufnahme fällt zum Teil schonungslos aus. Stadt bekennt sich zum Standort, kann aber ohne Förderung keine großen Sprünge machen.

Mitarbeiterin Petra Neumann ist angestellt seit April  diesen Jahres. Aktuell ist sie noch zuständig für Archiv und Museum, 2021 soll sie sich ganz dem Knopf- und Regionalmuseum widmen können. Sie hat die Bestandsaufnahme angestoßen.

Mitarbeiterin Petra Neumann ist angestellt seit April diesen Jahres. Aktuell ist sie noch zuständig für Archiv und Museum, 2021 soll sie sich ganz dem Knopf- und Regionalmuseum widmen können. Sie hat die Bestandsaufnahme angestoßen.

Foto: Jana Borath

Wie das Knopf- und Regionalmuseum an der Sprotte und mit seinem Haus II in der Ronneburger Straße zukunftsfähig machen - mit dieser Frage beschäftigt sich der Sozialausschuss des Stadtrates seit Jahren. Jetzt wird er konkret.

Unter anderem mit einer Bestandsaufnahme, die den Ist-Stand analysiert. „Zum Teil sehr schonungslos", wie Hauptamtschefin Jacqueline Rödel sagt. Die Analyse listet zum Teil gravierende Mängel. Von fehlendem Sonnenschutz ist die Rede, um eine fachgerechte Aufbewahrung der Exponate zu gewährleisten. In Haus II, wo vor allem historische Technik untergebracht ist, fehlt die Heizung. Die Eiskeller am Brauereiteich, ebenfalls ein Domizil für Maschinen, ist nach Worten Rödels ganz und gar ungeeignet.

„Uns fehlen Depot- und Lagermöglichkeiten“, macht die Hauptamtschefin auf einen weiteren Mangel aufmerksam. Einige Probleme wolle man schnell lösen. Vor Sonneneinstrahlung Schützendes soll gekauft werden oder wurde es schon. Mit der Wohnungsverwaltung wolle die Stadt verhandeln, um kurzfristig Lagermöglichkeiten zu finden.

Knopf- und Regionalmuseum ist kein Mitglied im Thüringer Museumsverband

Um für Investitionen ins Museum Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen zu können, fehlt jedoch eine entscheidende Voraussetzung. Das Knopf- und Regionalmuseum ist kein Mitglied im Thüringer Museumsverband. Dafür müsste es 104 Öffnungstage im Jahr vorweisen können. „Offiziell ist Schmölln ein weißer Fleck auf der Museumslandkarte“, bringt es Rödel auf den Punkt. Das soll anders werden, gegenwärtig bemüht sich die Stadtverwaltung darum.

Dazu bei trägt Petra Neumann, die seit April 2020 in der Stadtverwaltung beschäftigt ist, aktuell noch zuständig für Archiv und Museum, 2021 soll sie sich ganz dem Knopf- und Regionalmuseum widmen können. Ihr ist auch die Bestandsaufnahme zu verdanken sowie eine Konzeption, die die Entwicklung des Hauses kurz-, mittel- und langfristig umreißt.

Aktuell finden keine Führungen statt

Und damit auch die Ziele, die die Stadt Schmölln mit ihrem Museum verfolgen könnte. So will die Kommune den Besuchern künftig digitale Angebote unterbreiten. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie könnte das Aufwind bringen. Aktuell finden keine Führungen statt, die Enge des Museums stellt ebenfalls eine Herausforderung dar. Hinzu kommt der personelle Engpass. „Wir suchen händeringend Unterstützung“, so Rödel. Auch könnten sich Schüler oder Studenten melden, die sich um den Internet-Auftritt und die Präsenz des Knopf- und Regionalmuseums in den sozialen Medien kümmern möchten.

„Auf jeden Fall bekennt sich die Stadt zu ihrem Museum“, sind sich Rödel und Bürgermeister Sven Schrade (SPD) einig. „Wir müssen uns nur entscheiden, wo die Reise hingeht“, sagt das Stadtoberhaupt. Wobei feststeht, dass Schmölln nicht mit Lindenau-Museum oder Burg Posterstein konkurrieren will, sich jedoch als Ergänzung versteht.

Aktuell schlägt das Museum mit 14.000 Euro jährlich zu Buche im Stadtetat. Hinzu kommen die Personalkosten. Spezielle Ausgabensätze sollen im Haushaltsplan 2021 verankert werden. Beispielsweise für ein neues Beleuchtungssystem, zwei digitale Abspielgeräte für die Besucher sowie die regelmäßige Reinigung des Hauses. Hinterlegt ist all das laut Rödel mit einer gewissen Förderquote. „Denn nur so können wir uns das leisten.“

Meine Meinung: Reden übers Museum