Feuerwehr Gößnitz wächst personell

Gößnitz.  Die Jahresstatistik des Stadtbrandmeisters belegt eine gute Entwicklung, auch die Zahl der Einsätze ist leicht rückläufig.

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der B93 (Höhe Ausfahrt Gößnitz Nord) am 26. November wurden alle drei Insassen schwer verletzt. Sie mussten von der Feuerwehr Gößnitz mittels hydraulischem Spreizer und Schneider befreit werden.

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der B93 (Höhe Ausfahrt Gößnitz Nord) am 26. November wurden alle drei Insassen schwer verletzt. Sie mussten von der Feuerwehr Gößnitz mittels hydraulischem Spreizer und Schneider befreit werden.

Foto: Andreas Bayer

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Eine überwiegend erfreuliche Entwicklung erlebte die Feuerwehr Gößnitz in diesem Jahr. So hat die Zahl der Aktiven zugenommen, während die Einsätze weniger wurden. Stadtbrandmeister René Toll erstellte in diesen Tagen die Statistik für die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am 28. Februar.

Was die Ausrüstung anbelange, habe man Investitionsbedarf, befinde sich aber auf einem durchschnittlich guten Wert. „Klar haben wir auch bis zu 30 Jahre alte Fahrzeuge, die sind aber zu 100 Prozent einsatzbereit“, ist der Stadtbrandmeister sicher. Man habe wegen der Haushaltslage im vergangenen Jahr gespart, könne aber ganz zufrieden sein mit dem, was man habe. „Der Stadtrat steht hinter uns“, sagt Toll, der zugleich Erster Beigeordneter (Initiative Städtebund) ist. Handlungsbedarf bestehe eher beim Katastrophenschutz, bei dem der Landkreis mit die älteste Technik in ganz Thüringen vorhalte. „Da ist seit 30 Jahren sehr, sehr wenig passiert“, so Toll.

Man behilft sich kreativ

Er äußerte auch Kritik an der in Thüringen gängigen Förderpraxis, welche nicht mehr zeitgemäß sei, da die Anschaffungskosten ständig stiegen. „Man kann aber viel durch Eigenleistung und Teamwork machen“, sagt Toll und nennt als aktuelles Beispiel ein Hygieneboard, welches von den Floriansjüngern eigenständig gebaut wurde. „Im Grunde ist es eine Edelstahlplatte auf einem Schlitten, die auf ein Einsatzfahrzeug geschoben wird, um Hände und Gesicht zu waschen.“ Anstatt es für etwa 1500 Euro zu kaufen, wurde es für rund 200 Euro Materialkosten selbst gebaut.

Inzwischen können die Floriansjünger 41 Mitglieder der Einsatzabteilung verzeichnen, ein Anstieg um drei Personen gegenüber 2018. In der Jugendwehr konnte ein besonders positive Entwicklung verzeichnet werden: Mit nun 26 Kindern und Jugendlichen leisteten dort sechs mehr als vor einem Jahr ihren Dienst. Die Alters- und Ehrenabteilung ist um zwei Personen gewachsen, zählt nun 18 Mitglieder.

Feldbrände dürften zunehmen

Leicht rückläufig waren 2019 hingegen die Einsätze mit 71 (im Vorjahr waren es 73). Darunter waren 12 Brandbekämpfungen (2018: 22), 48 mal musste technische Hilfe geleistet werden (2018: 49). Besonders eindringlich ist Toll hier etwa ein Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 93 mit vier Schwerverletzten in Erinnerung. Aber auch die Feuerwalze bei einem Feldbrand in Gimmel werde er nicht so schnell vergessen, so Toll: „Das sah schon bedrohlich aus. Sowas ereilt uns in den nächsten Jahren wahrscheinlich öfter.“ Bereits 2018 hatte ein langer und heißer Sommer zu zahlreichen Feld- und Waldbränden geführt.

Daneben wurden noch vier Einsatzübungen abgeleistet und sieben Veranstaltungen abgesichert. Darunter fallen zum einen kleinere Aktionen wie der Martinsumzug oder der Umzug zum Schulanfang. Zum anderen werden aber auch Großveranstaltungen wie das Gößnitz Open Air, das zahlreiche Helfer über ein ganzes Wochenende bindet, nur als eine Veranstaltung gezählt.

Mit 2432 Ausbildungsstunden wurde in etwa das Vorjahresniveau erreicht, was einem Schnitt von rund 60 Stunden je Einsatzkraft entspricht. „40 muss jeder bringen, einige haben sogar bis zu 93 Stunden geschafft“, ist Toll stolz. Die Zahlen ergäben sich aus den reinen Montagsdiensten, von denen 47 angeboten wurden, mit einer Beteiligungsquote von 73 Prozent. Da seien die Weiterbildungen auf Landkreis-Ebene, zum Katastrophenschutz oder die Schulungen an der Landes-Feuerwehrschule noch nicht mitgerechnet. „Das ist schon wahnsinnig, was die Leute alles leisten, und das im Ehrenamt“, sagt Toll.

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