Freileitungen bei Wettelswalde könnten anders verlaufen

Wettelswalde.  Anwohner sind besorgt wegen der Platzierung der Masten und wegen elektrischer und magnetischer Strahlung

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„In Wettelswalde wollen wir einen etwas anderen Weg gehen“, sagt Dirk Manthey von 50Hertz. Das Unternehmen hat am Donnerstagabend über die geplanten neuen Höchstspannungsleitungen informiert, die in den nächsten Jahren gebaut werden sollen.

Stromleitungen sollen weiter entfernt von Wettelswalde verlaufen

Vorgesehen ist, zuerst die Leitungen mit der erweiterten Kapazität zu bauen und dann die jetzigen zu entfernen. „Zum großen Teil geschieht das entlang der bestehenden Korridore“, so Manthey. Doch man suche auch nach Verbesserungen, nach Alternativen zur bisherigen Situation. Sowohl in Wettelswalde als auch in Schönhaide wird überlegt, den Verlauf zu ändern. Denn aktuell sind die Leitungen sehr dicht an den Orten dran. Deshalb gibt es den Vorschlag, den Abstand zu erhöhen.

Doch genau das bereitet Erika Dinge Sorgen. Sie wohnt zwar in Wettelswalde, aber nicht im Kernort. Die neue Trassenführung würde bedeuten, dass Masten und Leitungen näher an ihr Haus kommen als bisher. Weil sie verunsichert ist, ob das Auswirkungen etwa auf die Gesundheit hat, ist sie zur Infoveranstaltung gekommen. Wie Peter Simon von 50Hertz sagt, hätten Untersuchungen ergeben, dass es bei einem Abstand von 50 Metern zwischen Leitung und Wohnbebauung keine „von der Umgebung unterscheidbare“ elektrische oder magnetische Strahlung gebe. Vorgesehen sei, dass die Trasse mindestens 70 Meter von Häusern entfernt verlaufen soll.

Entladungen könnten verringert werden

Ein Anwohner berichtete über das Knistern, das er in der Nähe der Masten hört. „Das ist abhängig von der Witterung. An Ecken und Kanten kommt es zu Entladungen“, erklärt Dirk Manthey. Bei den neuen Leitungen könnte sich das Knistern verringern. Zum einen, weil das Material neu ist. Zum anderen, weil man durch Verdrillung dafür sorgen könne, dass die Entladungen geringer werden.

„Mich interessiert, wohin die Masten kommen, ob sie auf mein Grundstück gestellt werden“, sagt Arnd Leithold aus Heyersdorf. Eine Antwort bekam er allerdings nicht, weil noch nicht genau feststehe, wohin die Masten gesetzt werden.

Auf dem Grundstück von Dietmar Leitholdt steht bereits ein Mast. „Ich will wissen, ob der neue wieder zu mir kommt und ob es eine neue Entschädigung gibt“, erzählt der Heyersdorfer, was ihn bewegt. Er vermutet aber, dass der Mast auf seinem Grundstück bleibt. Günstigstenfalls könnte die Trasse künftig etwas weiter weg vom Dorf verlaufen, hat er erfahren.

Inbetriebnahme dürfte etwa 2025 erfolgen

Dirk Manthey erklärt, was sich künftig ändern wird. „Die neuen Seile können 40 Prozent mehr Strom transportieren.“ Und was hat der Verbraucher davon? „Die Versorgungssicherheit nimmt zu und wir sorgen dafür, dass die Energiewende umgesetzt wird“, so Manthey. Die neuen Leitungen können Strom über große Entfernungen transportieren, das Netz habe Verbindungen nach Tschechien und Bayern. Windstrom aus dem Norden beispielsweise könnte dann durch die Uckermark und die Lausitz über Chemnitz bis nach Bayern geliefert werden.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die Pläne konkretisiert werden. Mit zwei bis zweieinhalb Jahren Bauzeit wird für den Abschnitt gerechnet, zu dem das Altenburger Land gehört. Wahrscheinlich im Jahr 2025 könnten die neuen Leitungen in Betrieb gehen.

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