Gasse wird nach Schmöllner Pfarrer Ernst Otto benannt

red
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Der Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Ernst Otto.

Der Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Ernst Otto.

Foto: archiv Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Schmölln

Schmölln.  Am 12. September wird an den Geistlichen erinnert und das Straßenschild enthüllt.

Die Kirchgemeinde Schmölln lädt am kommenden Sonntag, 12. September, um 13 Uhr zu einer Andacht aus Anlass des 130. Geburtstages von Pfarrer Ernst Otto in die Stadtkirche Sankt Nicolai und der anschließenden Enthüllung des Straßenschildes für die Ernst-Otto-Gasse vor der Stadtkirche ein.

Ernst Otto wurde am 12. September 1891 in Schmölln in der heutigen Clara-Zetkin-Straße 3 geboren. Nach dem Theologiestudium war er Pfarrer in Altenburg und später in Eisenach. Durch seinen Widerstand mit weiteren 100 Pfarrern gegen den Nationalsozialismus und der gleichgeschalteten Thüringer Kirche durfte er in Thüringen nicht mehr als Pfarrer seinen Dienst tun. Er widerstand den weltlichen Machthabern und der Leitung seiner Kirche. Für ihn waren Gottes- und Menschenliebe im christlichen Glauben unlösbar miteinander verbunden. Diesem Widerstand gebühre Anerkennung, so Pfarrer Thomas Eisner.

Ihm liege die Erinnerung an Leben und Wirken des Theologen und Widerstandskämpfers besonders am Herzen. In Schmölln sei Ernst Otto getauft worden und auch zur Schule gegangen.

Otto habe sich von Beginn an den Nationalsozialisten widersetzt. Er sei dem Pfarrernotbund beigetreten, zu dem auch der Theologe Martin Niemöller gehörte. Seinen Widerstand habe er als Vertreter der Bekenntnissynode von Barmen im Jahr 1934 bekräftigt.

Kirche als Anlaufpunkt zur Zeit des Nationalsozialismus

Dass Ernst Otto Widerstand leistete, sei zu dieser Zeit nicht selbstverständlich gewesen. So hätten sich katholische wie auch evangelische Kirche mehrheitlich durch die Nationalsozialisten instrumentalisieren lassen. Andererseits hätten kirchliche Widerstandskämpfer wie Ernst Otto Mut gezeigt, um die Kirche in Notzeiten als Anlaufpunkt zu erhalten.

Im Jahr 1936 erfuhr der Theologe eine erste öffentliche Maßregelung, als er weiterhin Pfarrer als von der Bekennenden Kirche ernannter „Notbischof“ Thüringens ordinierte. Ernst Otto starb mit gerade einmal 49 Jahren im Jahr 1941 an einem Herzanfall.

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