Gefährliches am Schnitzwerk der Postersteiner Kirche

Posterstein/Nöbdenitz.  Gemeindekirchenrat Nöbdenitz holte bereits Expertenmeinung ein und setzt jetzt auf Monitoring und Laserverfahren.

Blick in den Altarraum der Kirche in Posterstein.

Blick in den Altarraum der Kirche in Posterstein.

Foto: Andreas Bayer

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Eigentlich sollte die Orgel in der Postersteiner Kirche in diesem Jahr generalüberholt werden. Doch das muss jetzt warten. Denn am Schnitzwerk in dem Gotteshaus sind Schäden aufgetreten.

Die Schnitzereien sind nach Aussage von Wolfgang Göthe, Mitglied im zuständigen Gemeindekirchenrat Nöbdenitz, vor den 1990er Jahren mit Hylotox, einem Mittel, das das Holz gegen Holzwurmbefall schützen soll, behandelt worden. Das Problem ist, dass dieses Mittel kristallisiert. Und das auch noch viele Jahre nach seiner Anwendung. So wie in der Postersteiner Kirche. Begünstigt werde der Prozess durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die in dem denkmalgeschützten Bau herrschen müsse.

„Wir hatten die Kirchbaureferentin hier, ein Holzsachverständiger war da, ein Gutachten ist inzwischen angefertigt worden“, erläutert Göthe. Bei einer Tagung der mitteldeutschen Kirchenbaureferenten in Nöbdenitz im vergangenen Jahr nahmen ebenfalls etliche Referenten das wertvolle Schnitzwerk und seinen Zustand in Augenschein. Ergebnis sei nun, dass die Kristalle beseitigt werden müssen, was so einfach nicht ist. „Sie sind winzig und man nimmt sie kaum wahr“, so Göthe weiter. Aber sie seien gesundheitsschädlich und außerdem Nährboden für andere Holzschädlinge, die den Postersteiner Schnitzereien übel mitspielen könnten.

Jetzt müsse die Kirchgemeinde in den sauren Apfel beißen: „Wir müssen die Kristalle irgendwie beseitigen“, erläutert Göthe. Und das soll noch 2020 erledigt werden. „Jedenfalls planen wir das.“ Ob das gelingt, ist ungewiss, denn für die Kirchgemeinde wäre dieser Prozess ebenso Neuland, wie für die Experten. Nach längerer Recherche habe man endlich jemanden gefunden, der diesen Rückständen zu Leibe rücken könnte. „Mit einem Laserverfahren.“

Nötig dafür ist laut Göthe ein Monitoring. Bevor die Arbeiten beginnen können, müsse festgestellt werden, was alles bearbeitet werden müsse. Fest steht wohl schon jetzt, dass der Altar einen Schwerpunkt der Kristallbildung darstellt. Die Kirchgemeinde rechnet mit 18 000 Euro, die sie für das Verfahren aufbringen muss. Das sagen erste Kostenschätzungen.

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