Generalüberholte Orgel in Jonaswalde spielt sich wieder elegant

Jonaswalde.  Der Altenburger Schlossorganist Felix Friedrich testet die restaurierte Jonaswalder Orgel.

Der Altenburger Schlossorganist Felix Friedrich testet, wie sich die restaurierte Jonaswalder Orgel spielt und wie sie klingt.

Der Altenburger Schlossorganist Felix Friedrich testet, wie sich die restaurierte Jonaswalder Orgel spielt und wie sie klingt.

Foto: Katja Grieser

„Sie ist wirklich sehr original, das ist das Schöne“, sagt der Altenburger Schlossorganist Felix Friedrich über die Jonaswalder Opitz-Orgel, während er Fotos von dem restaurierten Instrument macht. „Unser Orgelbauer hat deutlich mehr erhalten als es andere machen würden“, freut sich Birgit Salomon vom Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Thonhausen-Nischwitz. Dafür sei die Orgelbauwerkstatt von Ekkehart Groß bekannt. So wurden bei der Restaurierung beispielsweise in mühevoller Arbeit bei Holzschrauben halbe Köpfe ersetzt, anstatt einfach neue Schrauben zu nehmen, weiß sie.

Notenpult ist überarbeitet worden

Über 68.000 Euro wurden in die Erneuerung der Orgel investiert. „Sie sieht richtig gut aus. Das Notenpult ist überarbeitet worden“, stellt Felix Friedrich mit Kennerblick fest. Er hat zwar schon einmal auf dem Jonaswalder Instrument gespielt, allerdings vor dessen Verjüngungskur. Nun will er testen, wie sich die Orgel spielt, wie sie klingt. Denn im kommenden Jahr, wenn Studenten aus der ganzen Welt zur Orgelakademie in Mitteldeutschland unterwegs sein werden, sollen sie auch nach Jonaswalde kommen.

„Ich nehme immer eine Orgel aus dem Altenburger Land, zusätzlich zu Brüder- oder Schlosskirche, mit ins Programm“, erklärt Felix Friedrich, der die Orgelakademie organisiert. Nachdem in diesem Jahr die Jubiläumsauflage coronabedingt abgesagt werden musste, hofft er nun, dass die Orgelakademie im 31. Jahr wieder stattfinden kann.

Professoren wollen Orgelnin Top-Zustand

Und dann sollen Gastprofessoren und Studenten eben auch auf dem Jonaswalder Instrument spielen. „Weil ich wusste, dass sie jetzt fertig wird und weil die Professoren Wert darauf legen, dass die Orgeln in einem Top-Zustand sind, habe ich mich für die Opitz-Orgel entschieden“, erklärt Friedrich. Am 1. September nächsten Jahres werden Studenten zunächst in Jonaswalde proben und am Abend ein Konzert geben. „Allerdings können nicht alle Teilnehmer hier spielen. Bei 40 Leuten würden wir ja bis Mitternacht sitzen“, sagt Felix Friedrich lachend.

Aufgrund der Größe der Kirche werden auch bei den Kursen am Nachmittag nicht alle Akademieteilnehmer dabei sein können. Die Jonaswalder Orgel ist eine kleine Orgel, die Ponitzer Silbermannorgel etwa ist fast doppelt so groß. „Das ist aber kein Mangel“, betont der Schlossorganist, der weiß, dass Christoph Opitz das 1857 eingeweihte Instrument in Jonaswalde ursprünglich größer bauen wollte.

Doch das wurde nicht genehmigt. „Er wollte eine Stimme mehr im Pedal, den Fagottbass. Das hätte schon noch ein bisschen was gebracht“, erläutert der Musiker. Und statt der Waldflöte, über die die Orgel jetzt verfügt, wollte Opitz lieber die kräftigere, fundamentalere Oktave.

Doch genug von der Theorie, auf zum Praxistest. Zunächst zieht Felix Friedrich die 13 Register der Opitz-Orgel und erzählt dabei, dass es bei einer frisch restaurierten Orgel immer kleine Defekte gibt. „Das ist so und wird auch ein oder zwei Jahre so bleiben“, so der Schlossorganist. So kann es beispielsweise sein, dass mal eine Taste hängt. „Die Tasten wurden wunderbar aufgearbeitet“, sagt Friedrich, während er über sie streicht. Dann greift er in die Tasten, lässt die Orgel erklingen. „Das Kornett ist ziemlich präsent“, stellt er fest.

Größere Orgel ist nicht genehmigt worden

Interessiert ist der Musiker auch am Klang der Gambe. Das ist ein barockes Streichinstrument, der Vorgänger des Cello. Und die Gambe sollte früher immer auf der Orgel imitiert werden. Orgelbauer Trost habe das perfekt hinbekommen und Opitz wiederum habe sich von dem viel abgeguckt. Opitz sei generell nicht so kreativ wie Silbermann oder Trost gewesen, aber er habe sehr solide und robuste Orgeln gebaut – wie eben jene in Jonaswalde.

„Sie spielt sich elegant, sehr angenehm und hat jetzt wieder einen richtig guten Klang“, freut sich Felix Friedrich. Und dass ungewöhnlich viel der Original-Orgel erhalten wurde, wird die Studenten freuen, ist er überzeugt. „Deren wichtigste Frage ist immer, ob die Orgel sich früher so gespielt hat wie jetzt“, erzählt der Organist, der nach eingehender Prüfung sagen kann, dass das Jonaswalder Instrument den Test bestanden hat.