Gesundheitsbahnhof in Nöbdenitz feiert Richtfest: „Hier wird endlich was bewegt“

Nöbdenitz.  Architekt Hans-Jürgen Runst war erstaunt, dass es so schnell ging: Genau 13 Wochen nach Grundsteinlegung erfolgte am Dienstag bereits das Richtfest.

Bürgermeister Sven Schrade (SPD, rechts) übergibt an Ortsteilbürgermeister André Gampe (Wählervereinigung für das Neue Schmölln). Gemeinsam schlugen sie zum Richtfest die Nägel in die Dachbalken.

Bürgermeister Sven Schrade (SPD, rechts) übergibt an Ortsteilbürgermeister André Gampe (Wählervereinigung für das Neue Schmölln). Gemeinsam schlugen sie zum Richtfest die Nägel in die Dachbalken.

Foto: Andreas Bayer

„In der nächsten Woche kommen die Fenster, in 14 Tagen beginnen die Putzarbeiten und die Ausbaugewerke“, sagte er. Bereits im Mai, spätestens Juni dürfte der Gesundheitsbahnhof komplett fertig sein.

Es seien bereits alle Lose vergeben bis auf die Außenanlagen, die in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden. Auch wenn bisher noch nicht klar sei, wer die künftigen Mieter sein werden, werde nun genau so gebaut wie im ursprünglichen Plan vorgesehen. Der geht von einer Zahnarztpraxis im Obergeschoss aus, im Erdgeschoss sollen eine Physiotherapiepraxis, eine Online-Apotheke sowie ein Mehrzweckraum für die Einwohner Platz finden. Was allerdings nicht umgesetzt werden kann, ist die Montage der Bahnhofsuhr. Die wurde kurz vor dem Abriss des maroden alten Bahnhofsgebäude von Unbekannten gestohlen.

Über die Mieter wird erst 2021 entschieden

„Über fehlendes Interesse können wir uns nicht beschweren“, sagt Bürgermeister Sven Schrade (SPD) auf die Frage nach den künftigen Mietern. Erst vorige Woche habe er Gespräche mit einer Zahnärztin sowie der Leiterin eines ambulanten Pflegedienstes geführt. Ende September habe man zehn Physiotherapeuten zu einer Frühstücksrunde in den Pfarrhof eingeladen und diese über das Projekt informiert. Auch mit der Kassenärztlichen sowie der Kassenzahnärztlichen Vereinigung sei man im Gespräch. Man wolle sich aber Zeit lassen bei der Auswahl. Der Vorteil sei, dass man mit dem Objekt nicht die Absicht habe, Gewinne zu erzielen. „Unser Ziel ist, etwas für die Daseinsvorsorge zu erreichen. Wir suchen uns die künftigen Mieter unter dem Gesichtspunkt aus, was die für Nöbdenitz adäquate Lösung ist“, so Schrade. Im ersten oder zweiten Quartal 2021 werde man sich festlegen.

Aufmerksamkeit in Berlin erzeugt

Gemeinsam mit Ortsteilbürgermeister André Gampe (Wählervereinigung für das Neue Schmölln), der das Projekt maßgeblich angeschoben hatte, schlug Schrade die Nägel ein. Er vertrat dabei auch den Zimmerermeister, der kurzfristig absagen musste. Laut Stadtrat Julian Degner (CDU) habe der Gesundheitsbahnhof bereits in der Bundespolitik Aufmerksamkeit erregt. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), habe das Projekt mit großem Interesse zur Kenntnis genommen und wolle sich im kommenden Jahr vor Ort einen Eindruck verschaffen.

Beifall findet das Haus der Gesundheitsberufe auch bei Stadtrat Roland Radermacher (Bürger für Schmölln), der als einziger seiner Fraktion der Einladung gefolgt war. „Ich war anfangs auch skeptisch, aber was André Gampe im Stadtrat vorgestellt hat, hat mich überzeugt“, sagt er. Darum habe er auch von Anfang an dafür gestimmt. „Im ländlichen Raum fehlt es überall an Ärzten, hier wird endlich was bewegt“, so Radermacher.