Kommentar

Gesundheitsbericht legt Finger in die Wunde

Schonungslos legen die Zahlen offen, wo dringender Handlungsbedarf besteht – vor allem bei den Ärzten.

Andreas Bayer

Andreas Bayer

Die gute Nachricht vorneweg: Die Lebenserwartung im Landkreis ist überdurchschnittlich. Die schlechte: Leider ist das einem Mangel an Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschuldet. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft ist in vielen ländlichen Regionen zum Problem geworden. Hiergegen gilt es dringend aktiv zu werden, mit speziellen Angeboten für Senioren oder die 9425 Schwerbehinderten im Kreis.

Nach den Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung ist das Altenburger Land zu 100 Prozent mit Ärzten versorgt, allerdings sind die Praxen nicht nach dem Bedarf verteilt. Das liegt daran, dass die Planungsregion eben den gesamten Landkreis umfasst und sich die Mediziner auch nicht vorschreiben lassen, wo sie sich niederlassen.

Im vergangenen Jahr zählte man rund eine Milliarde Arztkontakte in Deutschland, das entspricht grob einem Arztbesuch pro Einwohner und Monat. Stefan Dhein erklärt das mit einem System, das es den Medizinern attraktiv macht, ihre Patienten mindestens einmal pro Quartal zu sehen. Auch rät er, lieber einmal zu oft zum Arzt zu gehen, weil etwa Krebs nur frühzeitig behandelt werden, wenn er auch diagnostiziert wurde. Handlungsbedarf sieht Dhein in dem Trend, dass nur etwa die Hälfte der Medizinstudenten später auch in der Patientenversorgung tätig wird.

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