Ehrenamt

Goldene Ehrennadel in Altenburg verliehen

Altenburg.  Um den langjährig Aktiven im Landkreis seine Wertschätzung zu zeigen, wurden erneut besondere Leistungen gewürdigt. Mit einer Überraschung.

Die Preisträger der Goldenen Ehrennadel und des Ehrenamtszertifikats 2019. Insgesamt erhielten in diesem Jahr 26 Personen die höchste Auszeichnung des Landkreises für ehrenamtliches Engagement, fünf Personen erhielten das Zertifikat der Thüringer Ehrenamtsstiftung.

Die Preisträger der Goldenen Ehrennadel und des Ehrenamtszertifikats 2019. Insgesamt erhielten in diesem Jahr 26 Personen die höchste Auszeichnung des Landkreises für ehrenamtliches Engagement, fünf Personen erhielten das Zertifikat der Thüringer Ehrenamtsstiftung.

Foto: Andreas Bayer

Bei der Verleihung der Goldenen Ehrennadel am Dienstagabend waren nur sehr wenige eingeweiht, damit Bärbel Müller keinen Verdacht schöpft. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises wurde, nachdem alle 25 herausragenden Persönlichkeiten von Jörg Seifert geehrt waren, noch einmal nach vorne gerufen – um selbst die Ehrennadel zu empfangen. „Ich hatte wirklich keine Ahnung“, sagte sie kopfschüttelnd und mit Tränen in den Augen. Sie erhielt die höchste Auszeichnung des Landkreises für Ehrenamtliche wegen ihres enormen Engagements bei der Gründung zahlreicher Ortsgruppen der Landfrauenbewegung. Bis vor wenigen Monaten leitete sie zudem den Kreisverein stolze 20 Jahre lang.

Eine andere Ausgezeichnete ist Dagmar Weigelt aus Lucka. Sie hat für das Jugendamt bereits 50 Kinder liebevoll betreut, steht damit stellvertretend für 80 Pflegefamilien im Landkreis im Rampenlicht. „Ich bin vor 20 Jahren durch mein eigenes Enkelkind dazu gekommen. Dessen Mutter war überfordert von dem kleinen Frühchen, darum habe ich mich gekümmert“, erzählt Weigelt. Mitarbeiter des Jugendamtes haben sie gefragt, ob sie nicht weitere Kinder in ihre Obhut nehmen könnte. „Ich dachte damals, man braucht dafür eine extra Schulung. Aber man sagte mir, als dreifache Mutter hätte ich genug Erfahrung“, sagt sie lachend.

Seitdem steht sie rund um die Uhr als Bereitschafts- und Kurzzeitpflegemutter zur Verfügung. Meistens sind es Babys oder Kleinkinder, die sie in Pflege nimmt. „Ich schmeiße die Kinder aber nicht nach einer gewissen Zeit raus, einige waren jahrelang bei mir.“ Wichtiger sei ihr, dass die Kinder eine dauerhafte Perspektive haben, wenn sie aus ihrer Obhut entlassen werden. Mit vielen der 50 Kinder halte sie noch heute Kontakt. „Ich möchte diese Aufgabe nicht missen, es ist einfach schön, so ein Kind im Arm zu halten“, sagt die siebenfache Großmutter. „Aktuell bräuchte es noch etwa zehn weitere Pflegefamilien im Landkreis, um den Bedarf zu decken“, sagt Martina Fischer vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes. Mitunter müsse man in den benachbarten Landkreisen anfragen, bei denen die Lage aber ähnlich sei.

Aus Ponitz wurden gleich drei Einwohner ausgezeichnet, die den Altersdurchschnitt der Geehrten

beträchtlich senkten. Zum einen Doreen Lohse, die im Kreisverein der Arbeiterwohlfahrt und im Förderverein des Burrattino-Kindergartens Gößnitz aktiv ist. Zum anderen das aktuelle Thüringer Trachtenpaar Carolin-Luise Walther und Danilo Schulz. Bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin, dem Deutschen Trachtenfest oder zum Thüringen Tag repräsentieren sie regelmäßig den Verein, die Gemeinde Ponitz und den gesamten Landkreis. Vergangene Woche waren sie erst bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen.

Die Vorsitzende des Heimat- und Trachtenvereins, Elisabeth Habicht, würdigte die beiden in ihrer Festrede mit herzlichen Worten. Auch hob sie hervor, wie wichtig die Wertschätzung des Ehrenamtes ist, um gerade junge Menschen zu motivieren, dabei zu bleiben. Bürgermeister Marcel Greunke (CDU) sagte: „Es ist toll, dass auch mal jemand so junges ausgezeichnet wird. Wir als Gemeinde freuen uns sehr, dass der Vorschlag angenommen wurde.“

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