Große Vorbehalte gegenüber dem privaten Weihnachtsmarkt in Gößnitz

Gößnitz.  Schausteller Peter van Elkan will den Weihnachtstraum wegen der Einschränkungen nun doch absagen

Schausteller Peter van Elkan hat sich zu früh gefreut. Das Gewerbeamt hat ihm verboten, seinen privaten Weihnachtshof an Sonntagen zu öffnen.

Schausteller Peter van Elkan hat sich zu früh gefreut. Das Gewerbeamt hat ihm verboten, seinen privaten Weihnachtshof an Sonntagen zu öffnen.

Foto: Andreas Bayer

Stadtrat Uwe Küchler (CDU) erkundigte sich zur Stadtratssitzung am Mittwochabend über den privaten Weihnachtsmarkt des Schaustellers Peter van Elkan: „Ich habe die Befürchtung, da trifft sich halb Thüringen, weil alle anderen Weihnachtsmärkte abgesagt wurden.“ Bauamtsleiter Gunther Kupfer berichtete von der Begehung durch das Gesundheitsamt am Dienstag. Demnach könne der Weihnachtsmarkt auf dem Privatgelände abgehalten werden wie beantragt.

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Durch seine Genehmigung als Betreiber eines Reisegewerbes unterliege van Elkan den gleichen Rechten und Einschränkungen wie ein normaler Gastronomiebetrieb. Er dürfe Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. „Wenn sich danach auf dem Gehweg oder etwas weiter Grüppchen von Leuten bilden, kann ihm dies nicht angelastet werden“, so Kupfer weiter. Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) betonte, die Stadt habe weder mit der Absage des Gößnitzer Weihnachtsmarktes durch den Gewerbeverein, noch mit der Genehmigung des privaten Weihnachtsmarktes zu tun.

Nur die Verbote aufgezählt

„Es ist gut, dass sich jeder Gedanken macht, wie er seine finanzielle Situation verbessern kann. Aber ob es im Rahmen von Corona passt, ist fraglich“, so Scholz. Man müsse Verständnis haben für die Situation der Schausteller. Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass die Menschen mit Glühwein und Kräppelchen in der Hand unmittelbar nach Hause liefen. Diese Überlegung stand auch hinter der Absage des Gewerbevereins. Denn ein Weihnachtsmarkt sei traditionell ein Treffpunkt zum Austausch, weshalb die Einhaltung des Abstandsgebots nicht garantiert werden könne, so Wolfgang Scholz.

Allerdings hat sich das Blatt inzwischen wieder gewendet, wie Peter van Elkan am Donnerstag auf Nachfrage erklärt: Demnach habe ihm das Gewerbeamt untersagt, an den Sonntagen zu öffnen. Die Sachbearbeiterin habe sich gewunden und alles aufgezählt, was verboten sei, nur nicht, was erlaubt sei. So solle er auch keinen Glühwein oder andere Getränke verkaufen dürfen. „Ich verstehe es auch nicht. Wahrscheinlich werde ich nächste Woche alles wieder abbauen“, sagt van Elkan. Fahrgeschäfte wie das Kinderkarussell seien verboten, auch dürfe er nicht die Halle für andere Gewerbetreibende öffnen, wie er beabsichtigte.

Er sei plötzlich an die normalen Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag 7 bis 20 Uhr gebunden, was ihn als Schausteller sonst nie betroffen habe. Das sei für den Standort in Gößnitz aber nicht attraktiv, weil hier an Werktagen kaum Passanten unterwegs seien. Am Mittwoch, der in Sachsen gesetzlicher Feiertag war, hat er einen Testlauf gemacht. Von 11 bis 20 Uhr habe van Elkan gerade einmal 200 Besucher auf dem Hof gehabt und 50 Roster verkauft. Darum werde er sich für den Dezember wahrscheinlich irgendwo einen Standort nahe eines Einkaufsmarktes suchen und dort gebrannte Mandeln und Quarkbällchen verkaufen. „Man kann es nur so sehen: Es ist nicht gewollt“, so sein Fazit.

Ebenfalls abgesagt wurde die Veranstaltung, bei welcher die Friedrich-Ebert-Stiftung die Ergebnisse ihrer Studie zur Stimmungslage in Gößnitz vorstellen wollte.

Gößnitz-Studie liegt kostenfrei aus

Am 7. November hätte Kulturwissenschaftlerin Juliane Stückrad in der Stadthalle unter normalen Umständen die Broschüre unter dem Titel „Die Perspektive der Stadt ist ja eigentlich die Perspektive der Menschen“ verteilt. Auch eine Diskussionsrunde war angedacht, die nachgeholt werden soll, sobald es die Infektionslage wieder zulasse, so der Bürgermeister. Die Broschüre liegt aber bereits kostenfrei im Hauptamt aus. Allerdings ist derzeit eine telefonische Anmeldung erforderlich, um das Rathaus zu betreten.