Gesundheit

Großer Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Altenburg.  Der demografische Wandel erfordert neue medizinische Konzepte, damit die Versorgung nicht zusammenbricht.

Zum Abschluss gab es eine Diskussionsrunde zum Thema "Was ein Mensch braucht - Digitalisierung in der Medizin von heute und morgen". Auf dem Podium saßen unter anderem Heiko Kahl, Gundula Werner, Marius Milde und Matthias Bergmann (von links)

Zum Abschluss gab es eine Diskussionsrunde zum Thema "Was ein Mensch braucht - Digitalisierung in der Medizin von heute und morgen". Auf dem Podium saßen unter anderem Heiko Kahl, Gundula Werner, Marius Milde und Matthias Bergmann (von links)

Foto: Andreas Bayer

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„Unser Zielt ist, die Fachleute so zu vernetzen, dass wir gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Freistaat haben“, sagte Kai Philipps, Referatsleiter der Serviceagentur Demografischer Wandel (SADW). Am Dienstag trafen sich auf dessen Initiative über 80 Fachleute aus Medizin, Pflege und Politik am Klinikum in Altenburg, um sich über die Möglichkeiten einer besseren Patientenversorgung auszutauschen. Besserung erhofft man sich vor allem durch die Digitalisierung.

„Noch haben wir in den meisten ländlichen Regionen eine gute Versorgung, der demografische Wandel schlägt aber zu“, sagte Sebastian Roy von der Landesärztekammer Thüringen. Zentrale Aufgaben seien aus seiner Sicht der Bürokratieabbau, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mehr Studienplätze für Medizin zu schaffen. „Wir haben zu wenig Ärzte, darum wollen wir sie da haben, wo sie gebraucht werden. Im Auto wollen wir den Arzt am wenigsten haben“, sagte Marius Milde, Geschäftsführer der AOK Plus. Man solle anfangen, in Veränderungen zu investieren und nicht nur in die Aufrechterhaltung des bestehenden Systems. Der Nachholbedarf etwa gegenüber Skandinavien sei immens.

Sven Auerswald von der Kassenärztlichen Vereinigung stellte aktuelle Projekte von digitaler Medizin vor, wie sie bereits in der Praxis erprobt werden, etwa die Nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa). Dieses vom Land geförderte Konzept besteht darin, dass eine durch Fortbildung qualifizierte Medizinische Fachangestellte oder Arzthelferin die Patienten zu Hause, in Alten- oder Pflegeheimen besucht. Stets hat sie oder er einen Tablet-PC dabei und konsultiert darüber einen Arzt, wenn es notwendig ist.

Neurologie-Chefarzt Jörg Berrouschot stellte das Schlaganfall-Netzwerk SATELIT vor. Bereits heute nähmen die Mediziner in Jena und Altenburg rund 1300 Beratungen im Jahr vor. Dabei sehen sie die Patienten oder deren Befunde nur über einen Monitor. „Die Symptome bei Schlaganfällen sind audiovisuell gut erfassbar, besser als etwa bei Bauchschmerzen“, so Berrouschot.

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