Heiratsurkunde aus Schmölln war ausschlaggebend

Schmölln/Celle.  Reinhard Hasselbach ist dank Informationen aus der Knopfstadt einen Schritt bei seiner Ahnenforschung weiter gekommen.

Im Schmöllner Knopfmuseum wird an die frühere Knopfproduktion in der Stadt erinnert.

Im Schmöllner Knopfmuseum wird an die frühere Knopfproduktion in der Stadt erinnert.

Foto: Jana Borath

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Ende Juni vorigen Jahres berichteten wir über Reinhard Hasselbach aus Celle, dessen familiäre Wurzeln unter anderem in Schmölln zu finden sind. Da er Ahnenforschung betreibt, bat er auch im Stadtarchiv der Knopfstadt um Informationen beziehungsweise Unterlagen.

Mehrere Monate musste er damals auf die gewünschten Infos warten. Als Grund für die Verzögerung wurde Krankheit von Mitarbeitern angegeben. Verärgert war Hasselbach vor allem darüber, dass ihm zwischenzeitlich ein Kostenbescheid ins Haus geflattert war, obwohl die gewünschte Leistung noch nicht einmal erbracht worden war. Nach unserem Bericht hat er schließlich doch Auskunft bekommen und die Sache mit dem Bescheid hat sich auch geklärt.

In Schmöllner Knopffabrik als Werksleiter gearbeitet

Diese Unannehmlichkeiten sind bei Reinhard Hasselbach aber nun in den Hintergrund getreten. Denn er kann jetzt glücklich sagen: „Die Heiratsurkunde aus Schmölln ist ausschlaggebend für meine Ahnenforschung gewesen.“

Zur Geschichte: Hasselbach wurde erzählt, dass sein Großvater Karl Erler in einer Schmöllner Knopffabrik als Werkmeister gearbeitet haben soll. Erler wurde 1884 in Schmölln geboren, zog 1922 nach Celle und kehrte 1934 nach Schmölln zurück.

In Schmölln wurde 1907 auch die erste Tochter der Großeltern des Cellers, also seine Tante, geboren. „In einer Sache komme ich aber nicht weiter. Nämlich bei der Frage, warum meine Großeltern von Schmölln nach Wohlau in Niederschlesien gegangen sind“, erzählt der Senior. Denn dort, in Wohlau, kam 1920 seine Mutter zur Welt.

Jüdische Vorfahren in Schmölln

Da Wohlau nichts mit Knopfindustrie zu tun hat, vermutet Reinhard Hasselbach, dass der Umzug wohl einen anderen Grund hatte. „Ich werde jetzt versuchen, an entsprechende Militärakten heran zu kommen“, informiert er über seine weitere Vorgehensweise. Herausgefunden hat Hasselbach darüber hinaus, dass Karl Erler 1922 in Celle eine Knopffabrik mit aufgebaut hat, 1934 aber wieder nach Schmölln zurückgekehrt ist.

Ein Jahr davor war dessen Frau im Alter von nur 47 Jahren gestorben. Mit ihr hatte er drei Kinder, der Sohn kam acht Jahre nach der zweiten Tochter zur Welt. „Der Abstand zwischen den Kindern ist schon ungewöhnlich für die damalige Zeit“, findet Reinhard Hasselbach. 13 Jahre lagen zwischen der Geburt der ersten und der zweiten Tochter.

Besuch in der Knopfstadt steht an

Herausgefunden hat Hasselbach bei seiner Forschung auch, dass sein Großvater drei Mal verheiratet war. Die zweite Hochzeit fand 1938 statt, 1952 kam die Scheidung. Danach trat er noch einmal vor den Traualtar. „Er muss ein ganz schöner Hallodri gewesen sein“, sagt der Celler amüsiert über seinen Opa, der auch in Berlin als Werkmeister tätig gewesen war. Eine hübsche Anekdote hat Reinhard Hasselbach dazu zu erzählen: „Ich wohne in Celle im Landsberger Weg, mein Großvater hat in Berlin in der Landsberger Straße gewohnt.“

Und noch etwas hat Reinhard Hasselbach entdeckt. „Ich hatte offenbar auch jüdische Vorfahren in Schmölln“, erzählt er und ist begeistert davon, wie viel Spaß Ahnenforschung machen kann. Inzwischen hat er seine Wurzeln bis zur Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter zurückverfolgen und durch Kirchenbücher nachweisen können. Einen Essay habe er bereits geschrieben.

Doch noch ist nicht Schluss mit der Reise in die Geschichte seiner Familie. „Ich möchte gern ins Melderegister aus Schmölln schauen, aber dafür muss ich vor Ort sein“, weiß Reinhard Hasselbach. In diesem Jahr möchte er deshalb die ursprünglich schon fürs Vorjahr geplante Reise in Angriff nehmen. Berlin und Schmölln werden da unter anderem Stationen sein.

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