Kultur

Hoffen auf Zuschlag für den fliegenden Salon

Altenburg.  Der Kreis wird den Kulturaustausch finanziell unterstützen, die jetzt gezahlten Zuschüsse für die Einrichtungen dürfen dabei nicht gekürzt werden.

Blick auf das Museum Burg Posterstein, das Teil des Projektes ist.

Blick auf das Museum Burg Posterstein, das Teil des Projektes ist.

Foto: Jana Borath

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Die Spannung steigt. Bis Ende des Jahres entscheidet eine Jury, ob das Projekt „Der fliegende Salon. Kulturaustausch im Altenburger Land den Zuschlag erhält. Im vorigen Jahr hatte sich der Landkreis um die Teilnahme am TRAFO-Programm der Kulturstiftung des Bundes beworben. Es geht dabei vor allem darum, die Transformation von Kultureinrichtungen im ländlichen Raum zu unterstützen.

Zur jüngsten Kreistagssitzung bat Roland Krischke, Chef des Lindenau-Museums in Altenburg, um Unterstützung. Und er erläuterte, was es mit dem fliegenden Salon auf sich hat. „Die Salonkultur ist im Altenburger Land zu Hause“, so Krischke. Erinnert sei an Herzogin Dorothea von Kurland in Löbichau, in deren Salon die Menschen zu Lesungen, zum gemeinsamen Theater- oder Kartenspielen, zum Musizieren und Diskutieren zusammen kamen. Daran lehnt sich das aktuelle Projekt an. Die Kultureinrichtungen der Region wollen sich öffnen, gemeinsam mit Vereinen und Gemeinden sollen Kulturveranstaltungen angeboten werden, die vor allem die Leute vor Ort ansprechen.

Potenzial habe das Altenburger Land reichlich. Theater, Lindenau-Museum, Musikschule und Museum Burg Posterstein als vom Landkreis getragene Einrichtungen haben an der Entwicklung des Projekts mitgearbeitet. Das Theater beispielsweise will sich durch interaktive Veranstaltungsformate auf Augenhöhe mit den Kulturakteuren vor Ort verändern. Die Musikschule will verstärkt ältere Menschen ansprechen und mehr in Richtung Breitenausbildung gehen. Die Transformation soll hier hin zu einer mobilen Musikschule gehen. Das Museum Burg Posterstein vermittelt zwar die Geschichte des Altenburger Landes, wird so jedoch kaum wahrgenommen. Deshalb will sich auch das Museum transformieren, zum Kompetenzzentrum für die Geschichte der Region werden.

Die größte Veränderung steht mit der umfassenden Sanierung und der Erweiterung aber dem Lindenau-Museum bevor. Die Gelegenheit soll genutzt werden für ein neues Image. Einerseits will man überregional bekannter werden, andererseits in der Region eine höhere Akzeptanz und Identifikation erreichen.

So unterschiedlich die Ziele der einzelnen Kultureinrichtungen sein mögen, so seien sich alle Beteiligten in einer Sache einig: Jede Veränderung könne nur gemeinsam gelingen. „Wir müssen die Kräfte bündeln“, bringt es Roland Krischke auf den Punkt.

Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von gut 1,57 Millionen Euro für den Zeitraum von 2020 bis März 2024 sind veranschlagt worden. Die mögliche Fördersumme beträgt 1,25 Millionen Euro, gut 322.000 Euro müsste der Landkreis an Eigenmitteln beisteuern. Möglich sei dies auch durch Personal, das für das Projekt eingesetzt wird. So ist geplant, die Stelle eines Koordinators neu zu schaffen.

Wirtschaftsförderer Michael Apel sieht in der TRAFO-Förderung „eine Riesenchance“. „Es handelt sich um Aufgaben, die wir als Landkreis ohnehin erfüllen müssen, aber es nur begrenzt können“, betont Apel, der um Unterstützung durch die Kreistagsmitglieder bat und bekam. In dem einstimmig gefassten Beschluss wurde auch festgelegt, dass die jährlichen Zuschüsse, die an die vier Einrichtungen fließen, in den Jahren 2020 bis 2023 nicht zu kürzen. Der Kreis wird also auch während des Projekts gut 575.000 Euro ans Lindenau-Museum, über 935.000 Euro an die Kreismusikschule sowie 165.000 Euro ans Museum Burg Posterstein und ans Theater Altenburg Gera knapp 1,74 Millionen Euro zahlen.

Bekommt das Projekt, das derzeit in der Entwicklungsphase steckt, den Zuschlag, dann kann mit der Umsetzung schon im Januar begonnen werden.

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