Hoffnung für das Halbe Schloss in Langenleuba-Niederhain

Langenleuba/Niederhain.  Immobilie soll am Tag des offenen Denkmals erstmals seit Jahrzehnten die Öffentlichkeit wieder empfangen.

Hoffnung für das Halbe Schloss in Langenleuba-Niederhain. Der mehr als 300 Jahre alte Bau soll erhalten bleiben. Denkmalschutzexperten berieten jetzt vor Ort die weiteren Schritte dafür.

Hoffnung für das Halbe Schloss in Langenleuba-Niederhain. Der mehr als 300 Jahre alte Bau soll erhalten bleiben. Denkmalschutzexperten berieten jetzt vor Ort die weiteren Schritte dafür.

Foto: Jana Borath

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Das Halbe Schloss in Langenleuba-Niederhain ist zwar seit 2018 verkauft. Doch sind seine neuen Besitzer – sie ersteigerten die Immobilie bei einer Auktion und kauften damit die Katze im Sack – dankbar für jede Hilfe, die sie bekommen können. Denn der einzigartige Bau im Zentrum des Ortes stand so lange leer, dass guter Rat jetzt richtig teuer wird.

Im Katalog der Sächsischen Grundstücksauktion, erinnert sich Mitbesitzer Francis Gergely, habe das Schloss nicht so baufällig ausgesehen. „Wir dachten, wir müssten bloß renovieren. Aber jetzt wissen wir, dass wir viel an dem Gebäude tun müssen. Aber so viel Geld haben wir nicht.“

Vor kurzem trafen sich eine Hand voll Experten, um gemeinsam mit den Eigentümern die nächsten Schritte für den Erhalt der Immobilie zu überlegen. Mit dabei waren das Landesamt für Denkmalpflege Thüringen, ein Holzschutzexperte, ein Architekt, Bauvermesser, die Gemeinde sowie die Untere Denkmalschutzbehörde. Sie nahmen die Immobilie vom Keller bis zum Dach unter die Lupe und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Fast vollständig erhaltene Stuckdecken, barocke Raumaufteilung, Fenster mit Originalbeschlägen und vieles mehr versetzte die Experten in helle Verzückung.

Doch ehe diese Schätze zur Geltung kommen können, muss allerhand getan werden. „Wir arbeiten sehr gut mit den Eigentümern zusammen“, so Beatrice Müller von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Im Sommer 2019 habe man Kontakt aufgenommen, um eine Notsicherung am Halben Schloss zu veranlassen. Das Dach war rund drei Jahrzehnte undicht, bis dato wusste man nicht, wie groß der Schaden war, den Regen und Feuchtigkeit im Inneren angerichtet hatten. Inzwischen ist das Dach fast dicht, der überwucherte Innenhof und Außenbereich sind freigelegt und aufgeräumt.

Nach dem Treffen im Halben Schloss wird nun der Holzgutachter tätig und vor allem den einzigartigen Dachstuhl untersuchen. Zudem wird eine Leipziger Firma ein verformungsgerechtes Aufmaß aller Räume im Schloss anfertigen. „Dabei wird jeder Winkel erfasst, so dass wir erkennen können, wie jeder Raum tatsächlich beschaffen ist“, erläutert Uwe Mittelstädt, Leiter des Fachdienstes Bauordnung und Denkmalschutz. Damit liege dann ein 3-D-Scanning des gesamten Gebäudes vor, das ausgewertet werden könne. Die Analyse geschieht im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und wird von ihr finanziert.

Holzschutzgutachter Matthias Voigt konnte nach dem Vor-Ort-Termin festhalten, dass die Holzdecken

recht gut erhalten sind. Die Schäden, die durch das undichte Dach entstanden, müssen jetzt aufgenommen werden. Das betrifft vor allem Kehlbereiche im Innenhof, Balkenköpfe und einiges mehr. Aktuell ist vorgesehen, dass der Besitzer bis zum 20. Februar das Dach des Halben Schlosses komplett verschließt. Seit Dezember gehe das sehr gut voran, lobt Beatrice Müller, wobei die Eigentümer sogar mehr machen, als gefordert.

Sind diese Sicherungsarbeiten abgeschlossen, soll es einen weiteren Termin mit dem Landesamt für Denkmalpflege geben, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Welche Maßnahmen sind nötig, welche Förderung kann in Anspruch genommen werden, wie läuft die Antragstellung – all das soll gemeinsam mit den Eigentümern besprochen werden. Nächste Schritte könnten sein: Instandsetzung der Holzkonstruktionen im Deckenbalkenbereich, die Sicherung der Stuckdecken über dem ersten Dachgeschoss, der Rückbau der Zwischenwände im Saal, um diesem seine barocke Raumstruktur zurückzugeben. „Auf jeden Fall besteht jetzt Hoffnung für das Halbe Schloss. Und wenn es nur die ist, dass es erhalten bleibt“, so Uwe Mittelstädt. Mit den Eigentümern sei er im Gespräch, die Öffentlichkeit einzuladen. Beispielsweise am Tag des offenen Denkmals im September. „Eine gute Idee“, findet Francis Gergely.

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