Kleine Orte im Landkreis Altenburger Land sollen besser angebunden werden

Altenburg.  „Regionalverkehr verbindet“ ist die zweite Stufe des Verkehrsprojekts im Altenburger Land.

Thüsac-Geschäftsführerin Tatjana Bonert spricht über das Verkehrsprojekt „Regionalverkehr verbindet“.

Thüsac-Geschäftsführerin Tatjana Bonert spricht über das Verkehrsprojekt „Regionalverkehr verbindet“.

Foto: Wolfgang Riedel

Ende 2018 führte das Personennahverkehrsprojekt „Schmölln macht mobil“ zu guten Ergebnissen. Die Fahrgastzahlen stiegen. Die zweite Projektstufe unter dem Motto „Regionalverkehr verbindet“ ist ein gemeinsames Projekt des Landkreises Altenburger Land, der Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft mbH, der Stadt Schmölln und der Mitteldeutschen Verkehrsverbund GmbH (MDV).

Zu einer öffentlichen Veranstaltung zu diesem Thema lud unter Vorsitz von Ralf Plötner die Partei Die Linke nach Altenburg ein. Die Geschäftsführerin der Thüsac, Tatjana Bonert, stellte das Projekt und die schon gewonnenen Erkenntnisse vor. „Ziel ist es, einen zukunftsorientierten öffentlichen Personennahverkehr zu fördern. Es gilt festzustellen, wo Bedarf nach weiteren Buseinsätzen vorliegt. Beispielsweise hin zu Behörden, Arbeitsstellen, Gewerbegebieten, Einkaufscentern, Naherholungsgebieten und dergleichen“, so Bonert.

Kostenfreie Nutzung von Verkehrsmitteln gefordert

Landrätin a. D. Michaele Sojka (Linke) trieb schon während ihrer Amtszeit das erste Personennahverkehrsprojekt voran und lobte die gute Zusammenarbeit mit MDV. „Man kann unter anderem heute mit nur einer Fahrkarte weit unterwegs sein. Bis hin zu Nachbarregionen wie dem Südharz oder nach Grimma und Torgau“, so Sojka.

„Konzipiert wurden stündlich oder zweistündlich verkehrende Buslinien, die immer zur gleichen Minute und mit guten Anschlüssen zu S- und Regionalbahnen fahren werden“, hieß es weiter von Bonert. Sowohl in den Abendstunden, am Wochenende als auch in den Ferien soll ein stabiles Busnetz angeboten werden. Ergänzt werde dieses Angebot durch Rufbus-Linien, die auch die kleinen Ortschaften an das Busnetz anschließen.

Reichlich Diskussionsstoff fiel an. „Mit Blick auf den Zugang zu Kunst und Kultur sollte auch gewährleistet sein, dass Bürger, vor allem auch in den Abendstunden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise zu Kino, Theater oder anderweitigen Veranstaltungsorten gelangen können“, warf Taxiunternehmer Klaus Börngen aus Göpfersdorf ein. „Bei der Planung oder gar beim Wegfall von Buslinien sollten auf alle Fälle notwendige Fahrtmöglichkeiten für ältere Menschen berücksichtigt werden“, sagt Brigitte Titsch aus Fockendorf. Die Diskussion krönte Torsten Grieger (Grüne): „Machen wir es so wie die Dänen und lassen Bürger kostenfrei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Autos wären demzufolge weniger unterwegs und auch der Klimaschutz würde davon profitieren.“