Kredite für Schmöllner Projekte möglich

Schmölln.  Stadt will keinen Investitionsstau verursachen. Für die Dorferneuerung in Zschernitzsch gibt es in diesem Jahr keine Fördermittel.

Das Tatami ist Besuchern beliebt. Die 75-jährige Monika Baumann schwimmt dort beispielsweise gern. Damit das Bad weiter attraktiv bleibt, sollen in diesem Jahr 500.000 Euro investiert werden.

Das Tatami ist Besuchern beliebt. Die 75-jährige Monika Baumann schwimmt dort beispielsweise gern. Damit das Bad weiter attraktiv bleibt, sollen in diesem Jahr 500.000 Euro investiert werden.

Foto: Andreas Bayer

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Während Schmölln noch am Haushalt für das laufende Jahr feilt, der im besten Fall am 6. Februar beschlossen werden könnte, denkt Bürgermeister Sven Schrade (SPD) über Kreditaufnahmen nach. „Rentierliche Projekte“ will er damit finanzieren. Denn einen Investitionsstau, der größer und größer wird, will er nicht verursachen. Es gehe schließlich um die Lebensqualität in der Stadt, die er erhalten beziehungsweise verbessern will.

Doch zunächst einmal möchte er schnell aus der vorläufigen Haushaltsführung raus, denn in Kernstadt und Ortsteilen stehen wichtige Sachen an. Dazu gehören unter anderem der Gesundheitsbahnhof in Nöbdenitz oder die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Letzteres auch an den Stellen, an denen Masten und Schirme komplett ausgetauscht werden müssen. „Das wird kostenintensiver als der reine Leuchtmitteltausch“, weiß Schrade. Allerdings zahle sich die Investition aus. Schon jetzt spare man durch die Umstellung auf LED 94.000 Euro jährlich.

Schlechte Nachrichten gibt es für Zschernitzsch. Für die nächste Phase der Dorferneuerung wird es in diesem Jahr keine Fördermittel mehr geben. „Der Topf ist überzeichnet. Wir bleiben natürlich dran, denn ohne Fördermittel können wir nicht bauen“, sagt der Rathauschef.

Barrierefrei sollen die Bushaltestellen künftig in Schmölln sein. Am Busbahnhof wird mit dem Umbau begonnen, weitere Haltestellen sollen folgen.

Angepasst werden muss das Entsorgungsnetzwerk der Stadt, da sie in den letzten 20 Jahren wirtschaftlich gewachsen ist. Froh ist Sven Schrade, dass Schmölln im kommenden Jahr ans Fernwasser angeschlossen werden soll. Das wird bereits in diesem Jahr vorbereitet, Vermessungen seien schon vorgenommen worden.

Obwohl Schmölln finanziell noch vergleichsweise gut dastehe, soll ein Haushaltsoptimierungskonzept erstellt werden. Dazu wird es am 24. und 25. Januar in Schmölln Seminare für Verwaltungsmitarbeiter – unter anderem auch aus dem finanziell angeschlagenen Zeulenroda-Triebes – sowie Stadt- und Gemeinderäte geben. „Wir müssen einiges optimieren, um Vorsorge für die nächsten Jahre zu treffen“, ist das Stadtoberhaupt überzeugt.

Schrade denkt unter anderem über die Ausgliederung des Bereichs Abwasser in einen Eigenbetrieb nach. Der hätte dann einen eigenen Wirtschaftsplan und würde nicht mehr im Kernhaushalt der Stadt auftauchen. Die Arbeit in einem Eigenbetrieb verspreche effektiver zu sein, es gebe auch steuerliche Vorteile. Auch beim Bauhof sei ein Eigenbetrieb denkbar. Die Mitarbeiter seien über diese Möglichkeit bereits informiert worden. „Sie bleiben Beschäftigte der Stadt und bekommen weiter Tarif, auch wenn sie in einem Eigenbetrieb arbeiten“, weiß Sven Schrade, welche Sorgen die Angestellten plagen.

Kindergärten auf der Tagesordnung

Zu nächsten Stadtratssitzung am 16. Januar stehen die beiden geplanten Kindergärten auf der Tagesordnung. „Wir wollen es jetzt zum Abschluss bringen“, sagt der Bürgermeister. Nach dem Beschluss könne das Genehmigungsverfahren starten. Bis Ende 2021 sollen in Altkirchen und in Schmölln am Kapsgraben neue Kindergärten stehen.

Eine Vielzahl von kleineren Vorhaben stehen in diesem Jahr an. Schrade nennt unter anderem die Sanierung des Feuerlöschteichs in Hartroda für 15.000 Euro, die Gestaltung der Außenanlage am Dorfmuseum Altkirchen, der Neubau der Toiletten auf dem Reitgelände Altkirchen oder die ersten Planungsleistungen für den Spielplatz in Lohma.

Für die Stadtwerke will Schmölln auch in diesem Jahr die Gesellschaftereinlage tätigen. Im vorigen Jahr sind aus dem städtischen Haushalt 610.000 Euro in das Unternehmen geflossen. 2020 werden es wohl um die 500.000 Euro sein, der Betrag werde derzeit berechnet. Etliche Investitionen stehen bei den Stadtwerken an, allein ins Tatami sollen 500.000 Euro fließen.

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