Landgericht Gera verhängt Haftstrafe nach sexuellem Missbrauch an 13-Jähriger

Gera.  Der Angeklagte missbrauchte eine Schülerin dreimal. Nun hat das Landgericht Gera ein Urteil gesprochen.

Verteidiger Helge Klein mit dem 26 Jahre alten Angeklagten.

Verteidiger Helge Klein mit dem 26 Jahre alten Angeklagten.

Foto: Tino Zippel

Das Landgericht Gera hat am Mittwoch einen 26-Jährigen aus dem Altenburger Land verurteilt. Er kommt für vier Jahre und zehn Monate in Haft, weil er eine 13-Jährige in drei Fällen schwer sexuell missbraucht hat. Dem Urteil ging ein Geständnis des Mannes voraus.

Mädchen in ein Wäldchen gezogen

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, die ihm bekannte Schülerin missbraucht zu haben. Bei der ersten Tat im Mai 2020 zog er das Mädchen in ein Wäldchen in Schmölln. Er küsste sie und bedrängte sie mit seinem Finger. An den Tagen darauf kam es in zwei Fällen gegen ihren Willen zum Verkehr. Einmal, nachdem sie sich zuvor einvernehmlich im Bett geküsst hatten.

Am ersten Verhandlungstag hatte sich der Angeklagte laut Gericht „zu 85 Prozent“ geständig eingelassen. Bei einem vollumfänglichen Geständnis hatte der Vorsitzende Richter eine Strafobergrenze von fünf Jahren in Aussicht gestellt. Nach einem kurzen Rechts­gespräch am zweiten Verhandlungstag befragte das Gericht den Mann erneut in nicht-öffentlicher Sitzung. Anschließend hörte die Kammer das Mädchen zu den Folgen der Taten.

Diese Strafen waren beantragt

Staatsanwalt Andreas Petzel beantragte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Verteidiger Helge Klein plädierte auf drei Jahre Haft. Nebenklage­vertreterin Yvette Kruschwitz stellte keinen konkreten Antrag.

Der Angeklagte und sein Verteidiger akzeptierten das Urteil genauso wie die Staatsanwaltschaft. Mit Rechtskraft kommt der Mann aufgrund der Höhe der Strafe von der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben (Landkreis Greiz) nach Tonna (Landkreis Gotha). Dort bestehen bessere Möglichkeiten zur Therapie, wie der Vorsitzende Richter hervorhebt: „Machen Sie etwas in der Haft aus sich, machen Sie eine Therapie“, sagte er zum Abschluss des Prozesses. „Sie haben keine Freude, wenn Sie wieder zu mir kommen. Ich merke mir zwar nicht alle Namen, aber die Gesichter.“