Meine Meinung: Raus aus dem Dornröschenschlaf

Andreas Bayer über Tatkraft und Visionen für den Schlossberg

Andreas Bayer

Andreas Bayer

Foto: Peter Michaelis

Mit dem „Leuchtturm an der Blauen Flut“ ist Roland Krischke einst im wahrsten Sinne ein Kunststück gelungen. Denn in kürzester Zeit überzeugte er mit seiner Vision für den Schlossberg damals die politischen Entscheider, dass hier ein weitgehend verborgenes Juwel schlummert. Eine überwältigend hohe Förderung zur umfassenden Sanierung und Erweiterung des Lindenau-Museums war die Folge.

Wer schon einmal das Residenzschloss erkundet hat, dem dürfte ebenfalls noch ungenutztes Potenzial zuhauf ins Auge gefallen sein. Weite Teile des Komplexes liegen bislang in einer Art Dornröschenschlaf, die klamme Stadtkasse kann wenig mehr als die Substanz sichern. Darum ist es ein gutes Zeichen, dass nicht gewartet wird, bis eine wie auch immer geartete Schlösserstiftung aus der Taufe gehoben wird. Schneller geht es, wenn man im Rathaus und im Landratsamt dann schon weiß, wo man in fünf oder zehn Jahren sein will. Eine Aufgabe, an der bisherige Verwaltungschefs stets gescheitert sind.

Mit der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist zwar noch nichts gewonnen, aber die Weichen sind gut gestellt. Einst hieß es: Wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen. Auch Roland Krischke wurde vor vier Jahren von vielen für verrückt gehalten. Der Erfolg gibt ihm Recht.