Meine Woche: Ärger verraucht schnell

Kaum ist das Jahr gestartet, geht es auch schon heftig los. Mit prallem Programm in Kultur und Wirtschaft, aber auch Ärger.

Andreas Bayer

Andreas Bayer

Foto: Peter Michaelis

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Weil die Tage endlich spürbar länger werden, halten es viele drinnen nicht mehr aus. Während in einigen Orten bereits die Weihnachtsbäume in einem großem Feuer entsorgt werden, gehen andere lieber zum Benefiz-Skatturnier oder zum Neujahrskonzert mit Da Capo in Rositz. Fest steht, dass die Region schon zum Start des Jahres vor Geschäftigkeit brummt. Da kann das dünne Faltblatt der Tourismusinformation nur ein mickriges Konzentrat bieten.

Ein pralles Programm hat auch die Wirtschaftsvereinigung Altenburger Land, kurz WAMM, vorgestellt. Das kann dem Landkreis nur nutzen, denn eine Urlaubsregion im engeren Sinne wird aus ihm in absehbarer Zeit nicht werden. Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) hätte aus wirtschaftlicher Sicht allen Grund zufrieden zu sein, wären ihm und seiner Gemeinde nicht einige Windkraftanlagen vor die Nase gesetzt worden. Seine Kreistagskollegin Doreen Rath von den Grünen ärgert sich dagegen über die verlogene Moral der Verbraucher. Die zwar Umweltschutz wollen und fordern, mit ihren täglichen Kaufentscheidungen aber genau das Gegenteil befördern. Wer es ernst meint mit nachhaltigen und regionalen Kreisläufen, hat dazu seit einer Woche eine zusätzliche Gelegenheit, im Bioladen in Ponitz.

Dort wird man auch nicht mit Kassenzetteln belästigt, was auch bei weiteren Gewerbetreibenden für Frust sorgt, wie meine Recherche am Schmöllner Markt ergab. Eine andere Form der kreativen Kassenführung ist erst unlängst im Rathaus beendet worden. Die Kameralbuchhaltung wird dank eines hilfreichen Hinweises jetzt korrekt gehandhabt, gelobt die Stadtverwaltung. Das Gute an der Situation ist, dass keiner mit dem Finger auf andere zeigen kann, weil es jahrelang niemandem aufgefallen ist, obwohl es möglich gewesen wäre. Somit ist der Ärger wie ein trockener Tannenbaum schnell verraucht. Wer immer noch unzufrieden ist, kann sich ja für die Meisterschaft im „Mensch ärgere Dich nicht“ in Altenburg anmelden. Noch sind zwölf Tage Zeit.

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