Meinung: Gefühlte Temperatur

Katja Grieser über die Probleme beim Zusammenwachsen.

Katja Grieser

Katja Grieser

Foto: Peter Michaelis

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Es ist so eine Sache mit dem Zusammenwachsen, selbst dann, wenn etwas zusammen gehört. Das haben wir in den letzten 30 Jahren gemerkt. Ost und West sind sich zwar näher gekommen, aber noch immer nicht richtig eins. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Und was im Großen Probleme mit sich bringt, ist auch im Kleinen nicht so leicht. Vor gut einem Jahr ist Schmölln größer geworden. Nöbdenitz, Altkirchen, Drogen, Lumpzig und Wildenbörten sind seitdem Teile der Knopfstadt. Auf Augenhöhe wollte man mit Schmölln gemeinsam die Zukunft gestalten. Das war zumindest das Ziel. Und in vielerlei Hinsicht ist das auch erreicht worden. Dennoch liegt die gefühlte Temperatur etwas unter der realen. Die Bewohner der neuen Ortsteile beklagen mitunter, dass ihre Anliegen von den „Städtern“ nicht so recht ernst genommen werden, fühlen sich benachteiligt. Letztere wiederum haben manchmal den Eindruck, dass sich mehr um die Neuen gekümmert wird als um die Kernstadt. Ungewöhnlich sind solche Befindlichkeiten nicht. Und es kann lange dauern, bis sich die Eingemeindeten wirklich heimisch fühlen. Hoffentlich aber keine 30 Jahre.

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