Meinung: Traurig und schön zugleich

Katja Grieser über die Schmöllner Wunschbaum-Aktion, die immer mehr Zuspruch findet.

Katja Grieser

Katja Grieser

Foto: Peter Michaelis

Es ist toll, dass es die Wunschbaum-Aktion nun schon zum vierten Mal in Schmölln gibt. Auf diese Weise bekommen Kinder aus bedürftigen Familien das Spielzeug oder das Buch, das sie sich wünschen, ihre Eltern sich aber nicht leisten können. Natürlich ist es schön, dass es immer mehr Wünsche sind, die an den Baum gehängt werden. So wissen die Organisatoren um Stefan Leonhardt vom Heimat- und Verschönerungsverein Schmölln, dass die Aktion gebraucht wird. Andererseits ist es aber auch traurig, zeigt es doch, dass es offenbar mehr und mehr Eltern gibt, bei denen die Familienkasse es nicht hergibt, ihren Kindern Wünsche zu erfüllen.

Besonders von Kinderarmut betroffen ist Altenburg, wie aus dem jüngsten Sozialstrukturatlas des Sozialministeriums ersichtlich wird. Die Kreisstadt führt die traurige Statistik in Thüringen an.

Im Jahr 2017 lebten in Altenburg 35,2 Prozent der Kinder in Haushalten, die auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II angewiesen sind. Die Zahl der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger ist im Altenburger Land ungebrochen hoch. Haben die Eltern wenig Geld, kommt auch bei den Kindern weniger an.

Die Zahlen zeigen, dass die Wunschbaum-Aktion gebraucht wird. Denn am Ende ist nur eins wichtig: dass die Kinder glücklich sind. Das wiederum dürfte der Wunsch sein, den die Eltern an den Baum hängen würden. Die Organisatoren der Aktion machen demnach auch sie glücklich.