Meine Meinung: Mit großem Wurf ins neue Jahr

Schmölln  Jana Borath über Bücher am Fenster und große Freude

Foto: Peter Michaelis

Freilich: Von Normalität im Bibliotheksbetrieb kann in Schmölln wahrlich noch keine Rede sein. Die Coronapandemie macht dem noch immer einen dicken Strich durch die Rechnung.

Rückgabebücher, die den Weg in die Regale finden, obwohl die Rückgabe noch nicht wirklich coronakonform organisiert ist, müssen beispielsweise in zweitägige Quarantäne, bevor sie ganz besonders gründlich gereinigt werden. Und nach wie vor helfen die Frauen aus der Bibliothek am Bürgertelefon der Stadt, an dem sie coronabedingt gut zu tun haben.

Aber trotzdem: Mit mit dem Bücherfenster, das sich am Dienstag am Schmöllner Marktplatz erstmals öffnete, hat das Bibo-Team einen großen Wurf gelandet.

Das kann man an mehreren Dingen festmachen. Zum einen an der Freude, die Heike Milke und ihre Mitstreiterinnen bei ihrer Fenster-Premiere empfanden. Endlich wieder mit Bücherfreunden und Bibliotheksfans in Kontakt treten, endlich wieder mit ihnen persönlich sprechen, sie endlich wieder anlächeln können – wenn auch durch Plexiglas getrennt.

Zum anderem am fröhlichen Dank, den die Frauen dafür ernten durften. Nicht nur langjährige Stammleser fanden sich am Eröffnungstag vor dem Fenster ein. Auch neugierige Bücherfreunde und solche, die jetzt vielleicht sogar einen Bibo-Mitgliedsausweis beantragen wollen, klopften schon am frühen Morgen an die Scheibe. Ihnen allen war die Freude über die so besondere Buchausleihe der Stadt- und Kreisbibliothek Schmölln ins Gesicht geschrieben. Das konnte kein Mund-Nasen-Schutz verdecken, das sah man auch aus knapp zwei Meter Sicherheitsabstand.