Mitmach-Aktion für Maler

Kathleen Niendorf
| Lesedauer: 2 Minuten
Aufnahme Frauenlobs II. am 8. September in Löbichau 1819, Aquarell, gemalt von Ernst Welker, Museum Burg Posterstein.

Aufnahme Frauenlobs II. am 8. September in Löbichau 1819, Aquarell, gemalt von Ernst Welker, Museum Burg Posterstein.

Foto: Museum Burg Posterstein

Posterstein.  Aktion begleitend zur Sonderausstellung auf Burg Posterstein zum Maler Ernst Welker

Vom 17. Juli bis 13. November gibt es die Möglichkeit, auf Burg Posterstein die Ausstellung „Sehnsuchtsziel Italien: Der Maler Ernst Welker“ zu besuchen.

Die Ausstellung stellt den Maler Ernst Welker (1784–1857) vor, der als Zeichenlehrer der Enkeltöchter der Herzogin von Kurland auch in deren Löbichauer Schloss weilte. Dort porträtierte er die Salongäste als Fabelwesen und malte Szenen aus dem Löbichauer Salonleben. Welkers Reisen führten ihn durch Deutschland, Österreich und Italien. Der Besucher kann anhand von Aquarellen und Zeichnungen Ernst Welkers in die Kulturgeschichte der Zeit eintauchen.

Ein gleichnamiges Buch begleitet die Ausstellung.

Mitmach-Aktion: Maler können sich melden

Begleitend zur Ausstellung über den bekannten Maler gibt es wieder eine Mitmach-Aktion:

Unter dem Hashtag #Künstlerreisen werden in den sozialen Netzwerken Fotos, Bilder, Infos und Blogposts zu Künstlern gesammelt, die wie Ernst Welker malend durch Europa reis(t)en.

Zahlreiche Künstler verwendeten den Hashtag bereits. Eingereichte Beiträge können hier gefunden werden: https://salon-europa.eu/sehnsuchtsziel-italien-kuenstlerreisen-durch-europa/

Ernst Welker stellte sich selbst als Auster dar

Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland verpflichtete 1816 in Wien den Maler Ernst Welker als Erzieher und Zeichenlehrer für ihre damals 15-jährige Pflegetochter Emilie von Binzer. In dieser Funktion weilte der Maler in den Jahren 1819 und 1820 in Löbichau und durfte die anwesenden Gäste zeichnen.

Ernst Welker war spezialisiert auf Aquarellzeichnungen von Landschaften und Architektur in der Gegend von Wien, Salzburg, der Steiermark, Kärnten, der Schweiz und Italien.

1818 reiste er zusammen mit den Malern Johann Christian Erhard, Johann Adam Klein und den Brüdern Friedrich Philipp Reinhold und Heinrich Reinhold nach Salzburg und Berchtesgaden, wovon zahlreiche Grafiken und Zeichnungen zeugen.

Von 1821 bis 1828 weilte er überwiegend in Rom, reiste aber auch im Gefolge Wilhelmine von Sagans bis Neapel und kehrte schließlich nach Wien zurück. Seine Arbeiten wurden dort bis 1850 ausgestellt.

Ernst Welker absolvierte seine Lehre beim Weimarer Kupferstecher und Lehrer an der Fürstlichen Zeichenschule Johann Christian Ernst Müller (1766-1824).

Ab 1805 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Gemeinsam mit Theodor Körner, dem Patensohn Anna Dorothea von Kurlands, kämpfte Welker als freiwilliger Lützower Jäger 1813 – 1815 in den Befreiungskriegen. Laut Emilie von Binzer zeichnete Welker auf Theodor Körners Totenbett dessen Profil. In jedem Fall fertigte Welker eine Radierung von Körners Grab in Wöbbelin.

Einen Einblick in die umfangreiche Welker-Sammlung des Museums Posterstein gibt es im Film „Verborgene Museumsschätze: Historische Karikaturen auf Burg Posterstein“ des Mitteldeutschen Rundfunks zu erhaschen.