Möbel, Gemälde und Skulpturen für Altenburg bewahrt

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Roland Krischke, Direktor Altenburger Museen, Frank Tanzmann, Vorsitzender des Altenburger Schlossvereins und Uwe Strömsdörfer, Leiter Schloss- und Spielkartenmuseum (v. l.).

Roland Krischke, Direktor Altenburger Museen, Frank Tanzmann, Vorsitzender des Altenburger Schlossvereins und Uwe Strömsdörfer, Leiter Schloss- und Spielkartenmuseum (v. l.).

Foto: Residenzschloss Altenburg

Altenburg.  Dank Fördermitteln und Spenden wird der Ankauf von Kulturgütern möglich. Die großen Anstrengungen haben sich ausgezahlt.

Nach vielen Jahrzehnten Provenienzforschung und Verhandlungen konnten mit maßgeblicher Unterstützung des Freistaates Thüringen wichtige Kunstobjekte für das Residenzschloss Altenburg und das Lindenau-Museum erworben werden.

Der Schloss- und Kulturbetrieb Residenzschloss Altenburg versucht, seinem Sammlungskonzept entsprechend, kontinuierlich seinen vielseitigen Bestand an Kunstwerken und Artefakten der Altenburger Stadt- und Landesgeschichte zu erweitern. Im Zusammenhang mit den seit 1995 laufenden Restitutionsverfahren ist Ende 2020 ein wohl letztmaliger Ankauf besonders wertvoller Objekte gelungen, welche sich schon seit vielen Jahrzehnten in den Dauerausstellungen des Schloss- und Spielkartenmuseums befanden.

Spenden von vielen Besuchern

Durch Förderung des Freistaates sowie die Einbringung von Spendenmitteln durch den Altenburger Schlossverein und von Spenden der Museumsbesucher konnte der Verbleib der Kunstwerke im Residenzschloss gesichert werden.

Es handelt sich um Möbel, Skulpturen und Bilder, darunter zwei mit künstlerisch hochwertiger Bemalung versehene Chinoiserie-Kabinettschränke als wertvolle Beispiele hochstehender Dresdener Möbelkunst um 1700, ein wohl einmaliges Stück eines niederländischen Schatullen-Schrankes ebenfalls aus der Zeit um 1700, dessen Türen und Seitenteile nach Malereien von Rembrandt reich mit biblischen Szenen aus dem Buch Esther geschmückt sind, zwei große zusammengehörige Skulpturen des Herkules aus grünem Serpentin auf zugehörigen Originalsäulen italienischer Herkunft, die Porträts von Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1772) und seiner Frau sowie weitere für die Stadt Altenburg kulturhistorisch bedeutende Objekte.

Rechtmäßigen Erben Eigentümer zurückgeben

In den zurückliegenden Jahrzehnten wurden große Anstrengungen unternommen, Kulturgut im Altenburger Land, welches nach 1945 widerrechtlich enteignet wurde, an die rechtmäßigen Erben der ehemaligen Eigentümer zurückzugeben. Die seit 1995 laufenden Verfahren unterschiedlicher Anspruchsteller waren mit vielen Jahren unermüdlicher Provenienzforschung in den Archiven des Museums sowie dem Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg, dem Stadtarchiv Altenburg sowie dem Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar durch alle Beteiligten verbunden und mündeten schließlich in Verhandlungen des Residenzschlosses sowie des Lindenau-Museums mit den Eigentümern über Rückgabe oder möglichen Ankauf der für die Region wichtigen Kulturgüter.

Im Ergebnis dessen konnte bereits in den Jahren 2009, 2012 und 2013 durch Gelder des Freistaates, Eigenmittel der Stadt Altenburg sowie Spenden des Schlossvereins und der Altenburger Bürgerstiftung ein umfangreiches Konvolut künstlerisch und kulturhistorisch wertvoller Möbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert für das Residenzschloss erworben werden.

Gleichermaßen konnte das Lindenau-Museum in den Jahren 2010 und nochmals 2020 aus Restitutionsmitteln des Freistaates den Ankauf von insgesamt 42 Gemälden vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, darunter Gemälde von Ludwig Döll, Georg Friedrich Reichmann, Eugen Bracht, Karl Kröner, Conrad Felixmüller realisieren.

Museumsleiter ist glücklich

Zum Bilderkonvolut gehören zahlreiche Porträts von Persönlichkeiten, die im politischen, künstlerischen, kulturellen und wissenschaftlichen Kontext der Stadt Altenburg und Thüringens eine wichtige Rolle spielten.

Entscheidend für den Erfolg der Ankaufbemühungen beider Altenburger Museen war neben der Förderung durch öffentliche und private Mittel auch die von Anfang an gezeigte, dankenswerte offene Bereitschaft der Eigentümer, unter Zurückstellung privater pekuniärer Interessen und zum Teil enger familiärer Beziehungen zu vielen Kunstobjekten, diese zu für die Geldgeber akzeptablen Bedingungen abzugeben, um sie in ihrem regionalen und historischen Kontext in Altenburg zu erhalten.

Uwe Strömsdörfer, Museumsleiter des Schloss- und Spielkartenmuseums, zeigt sich über das Erreichte glücklich: „Besonderer Dank gilt dabei der Thüringer Staatskanzlei, die auf unbürokratische Art und Weise diesen Ankauf möglich machte und natürlich den Mitgliedern des Schlossvereins sowie den großen und kleinen Spendern.“