Neuer Kindergarten in Altkirchen wird gebaut

Schmölln/Altkirchen.  Schmöllner Stadtrat fasst Grundsatzbeschluss. Kitas „Spatzennest“ und „Sternchen“ werden zusammengeführt. Betreuungskapazität erhöht sich von 50 auf 70 Plätze.

Frieda, Lorenz und Loni (v. l.) im Kindergarten Spatzennest. Blick am 16. Oktober 2020 in den Kindergarten "Spatzennest" im Gnadschützer Ring in Altkirchen. Hier werden 15 Mädchen und Jungen zwischen ein und drei Jahre betreut

Frieda, Lorenz und Loni (v. l.) im Kindergarten Spatzennest. Blick am 16. Oktober 2020 in den Kindergarten "Spatzennest" im Gnadschützer Ring in Altkirchen. Hier werden 15 Mädchen und Jungen zwischen ein und drei Jahre betreut

Foto: Jana Borath

Gute Nachrichten für den Schmöllner Ortsteil Altkirchen. Der seit 2018 vom Gemeinderat und ab 2019 von der Stadt geplante neue Kindergarten am Freibad des Ortes wird gebaut. Den dafür nötigen Grundsatzbeschluss fasste der Schmöllner Stadtrat am Donnerstag, 15. Oktober, einstimmig und ohne Diskussion. Und es soll auch bald schon los gehen.

Extra-Geld soll zügigen Baubeginn gewährleisten

Am neuen Standort sollen Gebäudebestand sowie ein Planschbecken abgerissen werden, um die freie Grundfläche für den Bauplatz zu schaffen. Der Stadtrat macht deshalb 290.000 Euro im noch laufenden Haushaltsjahr locker. Der Beschluss dafür fiel ebenfalls einstimmig. Mit dem Geld soll zudem das Planerauswahlverfahren für die Planung der Einrichtung bis zur Baugenehmigungsreife vorangebracht werden.

„Damit wollen wir den Baubeginn im Frühjahr 2021 und damit eine zügige Fertigstellung des Vorhabens sichern“, begründet Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) diese Extra-Ausgabe in diesem Jahr. Diese wird laut Beschluss mit Geld aus der Haushaltsstelle für den Bau des neuen Abwassertrennsystems im Gewerbegebiet Nitzschka gedeckt.

Die Kosten für den neuen Kindergarten werden aktuell auf 2,4 Millionen Euro geschätzt. Gebaut wird in Eigenregie der Stadt. Bis 2022 soll der Neubau stehen und die aktuellen Kindertagesstätten „Spatzennest“ in Altkirchen und „Sternchen“ in Röthenitz zusammenführen.

Die bislang 50 Betreuungsplätze bleiben erhalten, zusätzlich schafft die Stadt neun weitere Krippen- und elf neue Kita-Plätze. Insgesamt gibt es dann am Altkirchener Freibad 24 Krippen- und 46 Kindergartenplätze. Zusätzlich zu den jeweiligen Gruppenräumen entstehen ein großer Mehrzweckraum und mindestens zwei zusätzliche Kreativräume. Der neue Kindergarten wird barrierefrei und integrativ gestaltet.

Wirtschaftlichkeitsprüfung spricht gegen Arbeiterwohlfahrt

Ursprünglich war geplant, dass die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Bauvorhaben als freier Träger realisiert. Sie wollte dabei auch zwei Senioren-Wohngemeinschaften schaffen.

Nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, die dem Schmöllner Stadtrat im September 2020 vorgestellt wurde, nahm die Kommune jedoch Abstand von diesem Plan. Wie es in dem Beschluss jetzt heißt, aus kommunalrechtlichen Gründen.

Allerdings bleibt mit dem zweigeschossigen Bau die Option erhalten, die nebenstehende Freifläche einem Interessenten zum Kauf anzubieten, um dort eine Seniorenwohnform zu errichten.

Marode Bausubstanz und erhebliche Mängel

Mit dem Neubau und den dann 70 Kita-Plätzen in Altkirchen will die Stadt zum einen ihre Betreuungskapazität erhöhen. Sie betreibt bereits Interimkindergärten in Lohma und Großstöbnitz sowie im Förderzentrum Schmölln. Zum anderen ist der Neubau in dem Schmöllner Ortsteil notwendig, weil beide Häuser dort marode sind.

Vor allem der bauliche Zustand der Kita in Röthenitz lasse keinen weiteren Aufschub zu, heißt es in der Beschlussbegründung. Beispielsweise musste 2019 dort die Elektrik notdürftig instand gesetzt werden, da sie erhebliche Mängel aufwies. Eine ebenfalls notdürftige Sanierung machte sich erst vor kurzem an der Wasserversorgung des Hauses nötig. Die Heizungsanlage in Röthenitz ist aktuell fehler- und störanfällig und sanierungsbedürftig.

Kommune plant Kreditaufnahme

Für das kommende Jahr plant die Stadt Schmölln, einen Kredit aufzunehmen. Nicht explizit wegen des Kita-Neubaus Altkirchen, wie Schrade sagt. Sondern zur allgemeinen Deckung im städtischen Haushalt.

Indes hat die Kommune bereits Fördergeld für ihr Bauvorhaben in Altkirchen über ein Bundesprogramm beantragt. Allerdings ist noch nicht klar, ob Zuschüsse aus Berlin auch fließen. „Wir rechnen aktuell erstmal ohne Fördergeld", sagt Schrade dazu.