Obstgut Geier in Lumpzig schläft nicht im Winter

Lumpzig.  Knackige Äpfel werden tagtäglich aus Kühlhäusern in Lumpzig zu Händlern geliefert.

Winterruh auf den Plantagen der Obstgut Geier GbR in Lumpzig.

Winterruh auf den Plantagen der Obstgut Geier GbR in Lumpzig.

Foto: Tina Puff

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Akkurat in Reih und Glied, durchnummeriert stehen sie unter anderem entlang der Landesstraße 1362 im Altenburger Land – Bäume und Sträucher des Obstgutes Geier. Auf rund 50 Hektar wachsen die Obstgehölze, die derzeit noch friedlich wirkend ihre Winterruhe halten. Von Winterschlaf kann in der Obstgut Geier GbR aber nicht gesprochen werden.

Familienbetrieb aus Lumpzig hat im Winter viel Arbeit

Die beiden Inhaber Reinhard und Roberto Geier, die das Familienunternehmen in dritter Generation führen, haben auch in den Wintermonaten alle Hände voll zu tun, wie sie verraten. In ihren Kühlhäusern lagern derzeit noch rund 250 Tonnen Äpfel, von denen täglich welche an regionale Händler, Märkte in Gera, Werdau, Altenburg und Meuselwitz geliefert werden müssen. Zwölf bis 15 Apfelsorten hat das Unternehmen im Angebot. Sechs Mitarbeiter sind von Anfang Dezember bis Ende Februar bei Geiers beschäftigt.

Auch der eigene Hofladen muss stets frisch bestückt werden. Der Andrang ist ungebrochen. „Wir merken im Laden, dass der Winter sehr mild ist und die Straßenverhältnisse gut sind. Die älteren Menschen sind nach wie vor sehr mobil. Unser Laden läuft gut, wir sind sehr zufrieden“, sind sich die Brüder einig.

Künstliche Bewässerung wird immer wichtiger

„Für die Natur ist der milde Winter nicht gut, es ist viel zu warm und es ist noch immer viel zu trocken“, sagt Roberto Geier. „Noch mindestens 400 Liter Regen pro Quadratmeter müsste es geben“, wirft Bruder Reinhard nach. Beide sind derzeit mit der Errichtung einer neuen Anlage zur Tröpfchenbewässerung für die Äpfel beschäftigt. „Für die Anlage müssen wir 80 Zentimeter tiefe Graben ziehen und dabei sieht man gut, das bisher nur die ersten 15 Zentimeter feucht sind. Alles, was tiefer geht, ist fest wie Beton. Eigentlich bräuchten wir jetzt Frost, der den Boden sprengt und dann den Regen“, erklärt Roberto Geier.

Um Bewässerungseinrichtungen wird die Firma nicht umhinkommen, wenn die Sommer immer heißer und trockener werden. Bisher verfügt das Obstgut über zehn Hektar bewässerbare Fläche. Die Apfelplantagen sind mit Hagelnetzen ausgestattet, die auch einen kleinen Schutz vor Sonnenbrand bieten. „Aber nur einen kleinen. Im vergangenen Jahr hatten wir wegen Sonnenbrand 25 bis 35 Prozent Totalausfall. Äpfel, aber auch Kirschen sind förmlich verbrannt“, beschreibt Reinhard Geier die Lage.

Überlegungen gehen zum Melonenanbau

Schulungen und Weiterbildung stehen ebenso auf dem „Winterplan“ des Unternehmens wie auch Überlegungen, wie man sich weiter voranbringen kann. Das Obstgut ist ein zertifizierter Betrieb und muss stets Nachweise erbringen. „Bei uns wird alles beprobt, wir sind eine gläserne Produktion“, erklärt Reinhard Geier. „Wir müssen uns den Klimaveränderungen stellen und wir denken auch darüber nach, unsere Produktpalette zu erweitern. So spielen wir derzeit mit dem Gedanken, es mit Melonen und Khakis zu versuchen, wenn wir an entsprechendes Pflanzengut herankommen“, erzählt Roberto Geier.

Pflege und Wartung der Technik darf im Winter auch nicht fehlen. „Unsere Maschinen und Fahrzeuge werden zu Winterbeginn gereinigt und gesäubert, und ich überwache das“, lächelt Roberto Geier.

Anfang März beginnt dann schon wieder die Saison. Dann sind im Obstgut elf Mitarbeiter beschäftigt und es kommen zwischen 15 bis 35 Erntehelfer aus Polen. Und die Brüder hoffen, dass zur Blütezeit nicht wieder der Frost kommt. Frost lässt den Stempel in der Blüte absterben. Es kann zu keiner Befruchtung kommen, obwohl doch viele schöne weiße Blüten am Baum zu sehen sind.

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