Tierisches

Pension für Vierbeiner nimmt Betrieb auf

Lumpzig.  Philipp Förster betreibt seit Jahren einen Reit- und Pensionsstall in Kleintauscha. Nun expandiert er im nahe gelegenen Lumpzig.

Dietmar Förster kümmert sich um das Futter der Pferde und mistet aus, den Rest übernehmen die Eigentümer der Pferde selbst.

Dietmar Förster kümmert sich um das Futter der Pferde und mistet aus, den Rest übernehmen die Eigentümer der Pferde selbst.

Foto: Andreas Bayer

Rund 400 Tonnen Frostschutzkies und 125 Tonnen feinster Sand wurden in den vergangenen Wochen an der Eisenberger Straße, direkt neben dem Lumpiger Friedhof, aufgeschüttet. Daraus ist ein 40 mal 25 Meter großer Reitplatz entstanden, der ab sofort genutzt wird. Allerdings kann man hier keine Reitkurse buchen, denn das Konzept, welches Philipp Förster aus Kleintauscha verfolgt, ist das eines Pensionsstalles. Das bedeutet, man kann sich für einen oder mehrere Monate einmieten, seine Tiere unterstellen und dann auch den Reitplatz nutzen. Selbiges Konzept verfolgt er schon seit einigen Jahren in Kleintauscha, wo er eine Reithalle und zwei Reitplätze eingerichtet hat. Im vorigen Jahr hat er den alten Kuhstall in Lumpzig erworben, um sich hier zu erweitern.

Nach Jahren des Verfalls musste einiges wieder hergerichtet werden. Keine einzige Scheibe im Gebäude war mehr intakt. Förster hat sie durch Plexiglas ersetzen lassen, damit keine Verletzungsgefahr für die Tiere besteht. Die Elektrik musste neu verlegt werden, eine kleine provisorische Stube mit Blick auf den Reitplatz wurde eingebaut. „Zwei Parteien mit zusammen sieben Pferden sind schon hier“, sagt Dietmar Förster, der Vater des Geschäftsführers. Im Alltag ist es hauptsächlich er, der die Pferde füttert und ausmistet, außer bei einer Mietpartei mit einem Pferd und zwei Eseln. „Die sind Selbstversorger, da brauche ich mich um gar nichts kümmern.“ Außergewöhnlich ist auch die offene Stallhaltung. Die Pferde und Esel können ganz nach Bedarf tagsüber und auch nachts vom Stall auf die Koppel wechseln. „Das ist für die Tiere das Beste. Außerdem kann ich da viel mit Technik machen, muss nicht von Hand ausmisten“, sagt der 57-Jährige.

Als nächstes wird ein Zaun rings um das zweieinhalb Hektar große Gelände in Angriff genommen. Schon im nächsten Jahr könnte die Neueindeckung des fast 100 Meter langen Daches folgen. Denn perspektivisch soll das Dachgeschoss auch noch eine Wohnung erhalten. Die nächsten neuen Bewohner werden aber vorerst Vierbeiner sein. Noch in dieser Woche wird eine Handvoll Kühe hier einziehen, gegen Mitte des Monats folgen auch noch fünf Bullen und etwa 30 Schafe. Die sind aber nur über den Winter hier untergebracht, weil der Halter der Tiere keine eigene Fläche hat, wo er sie unterstellen kann“, so Förster. Für weitere zehn Pferde wäre dennoch ausreichend Platz.

Philipp Förster besitzt nur noch einen Wallach, der aber auch schon 17 Jahre alt ist und sein Gnadenbrot bekommt. In seiner aktiven Zeit hat er beim Reitsportverein Altkirchen Springreiten bis Klasse S betrieben und viele Turniere bestritten, heute fehlt ihm die Zeit dafür. Er arbeitet bei Sonneberg als Lkw-Fahrer im Betrieb seiner Freundin. Die Lieber zu Pferden hat er aber schon von klein auf gepflegt, denn auch Vater Dietmar Förster besaß früher Pferde und war im Reitverein. „Später haben wir auch selber Pferde gezogen und eines für Philipp gekauft, so hat sich das ergeben“, sagt der Vater. Schon früh hat Philipp den Wunsch entwickelt, einen Reiterhof zu betreiben. Vor beinahe zehn Jahren hat sich die Gelegenheit ergeben, den Nachbarhof in Kleintauscha zu erwerben. Förster baute zehn Pferdeboxen in den alten Kälberstall, die ausschließlich als Pension vermietet werden.

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