Posterstein hat mit geringen Mitteln viel bewegt

Posterstein.  Das Herrenhaus auf dem Burgberg ist fast komplett vermietet. Im kommenden Monat soll auch das Café den Betrieb aufnehmen.

Küche, Kaffee und Kostbares sind die drei Säulen der "eisernen Bank" in Posterstein.

Küche, Kaffee und Kostbares sind die drei Säulen der "eisernen Bank" in Posterstein.

Foto: Andreas Bayer

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„Wir wollen im Februar loslegen“, sagt Stefan Jakubek. Postersteins Bürgermeister (parteilos) freut sich, dass dann eine Lücke geschlossen werden kann. Wenn im Herrenhaus in Posterstein das Café „Zur eisernen Bank“ öffnet, ist die kleine Gemeinde um einen Treffpunkt reicher. „Die drei Säulen sind Küche, Kaffee und Kostbares“, so Jakubek.

Täglich in den Mittagsstunden soll das Café auf dem Burgberg zum Schwatz und zum Verweilen einladen. Das schließe eine Lücke und biete ein zusätzliches Angebot, das sich sowohl an Anwohner als auch an Tagestouristen richte. Mit Kostbarkeiten seien Kunsthandwerk und Spezialitäten aus der Region gemeint, die man zum Kauf anbieten wolle, so der Bürgermeister. Die anfängliche Idee eines Dorfladens habe man wieder verworfen, weil dafür kaum Bedarf herrsche. Dafür ist der Andrang an Touristen ungebrochen hoch.

Herrenhaus komplett vermietet

„Das Fundament ist der Burgberg mit Kirche und Burg. Das Herrenhaus macht das jetzt komplett“, so Jakubek. Was 2016 begonnen wurde, strebt damit seinem krönenden Abschluss entgegen. Dabei sei dieses Projekt eigentlich zwei Nummern zu groß für die Gemeinde gewesen. Ohne die Unterstützung des Burgberg-Vereines hätte es trotz der 65-prozentigen Förderung vom Land nicht funktioniert.

Die Mitglieder des Vereines haben privat Kredite aufgenommen, das Herrenhaus der Gemeinde verkauft und anschließend den Rohbau zurückgemietet. Auf eigene Kosten wurde der Innenausbau vorangetrieben, weshalb der Verein auch die Mieteinnahmen erhält. „Wir zahlen einen monatlichen Betrag an die Gemeinde, mit dem Rest der Einnahmen bedienen wir unsere Verpflichtungen“, umreißt es Hermann Marsch vom Burgberg-Verein. Seit Dezember sind die acht großzügig geschnittenen Wohneinheiten im Herrenhaus vermietet.

„Wir haben auch nicht gedacht, dass es so ein Kraftakt wird“, bilanziert der Bürgermeister. Unzählige Stunden habe man in den vergangenen Jahren mit Beratungen verbracht, alles ehrenamtlich. „Jetzt muss man sehen, dass es weitergeht, der Nordflügel der Burg wieder aufgebaut werden kann“, sagt Jakubek, dem dabei allerdings die Hände gebunden sind, denn Eigentümer ist der Landkreis.

Angebot für Kinder ausgebaut

Ansonsten beherrschte die grundhafte Sanierung eines Teils der Ortsdurchfahrt von Posterstein im vergangenen Jahr das Ortsbild. Nach neun Monaten Bauzeit wurde kurz vor Weihnachten der 280 Meter lange Abschnitt der Kreisstraße 503 freigegeben. Dabei konnten 19 Grundstücke neu an das Abwassernetz angeschlossen werden, der Rest des Dorfes soll in den nächsten fünf bis zehn Jahren folgen.

„Ich bin seit 1992 Bürgermeister und kann mich nicht erinnern, dass die Gemeinde mal Geld hatte“, sagt Jakubek. Kleine Maßnahmen habe man 2019 dennoch umsetzen können, so hat der Kindergarten ein neues Eingangstor, ein Sonnensegel sowie eine Sandkastenabdeckung bekommen. Seit einigen Monaten kommen auch alle zwei Wochen Sozialarbeiter nach Posterstein, um sich mit den Jugendlichen zwischen acht und 14 Jahren zu beschäftigen. Je nach Wunsch der Kinder und Jugendlichen, werden künstlerische, kulinarische oder sportliche Betätigungen angeboten.

Der Sportraum im Herrenhaus ist bereits seit einigen Monaten modern eingerichtet, für 15 Euro im Monat können die Einwohner einen Schlüssel dafür bei der Gemeindeverwaltung beziehen. Außerdem wird die Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental mit ihren acht Mitarbeitern in diesem Jahr die noch freien Räume im Herrenhaus beziehen.

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