Ausstellung

Scherenschnitt-Künstlerin zieht Besucher in Schmöllner Rathaus-Galerie

Schmölln.  Schau ist zwei starken Frauen gewidmet: Ausstellung von Angela Kiesewetter-Lorenz zieht zahlreiche Besucher in Schmöllner Rathaus-Galerie

Angela Kiesewetter-Lorenz vor dem Bild „Sternenengel“, welches sie ihrer Mutter gewidmet hat.

Angela Kiesewetter-Lorenz vor dem Bild „Sternenengel“, welches sie ihrer Mutter gewidmet hat.

Foto: Andreas Bayer

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„Das ist wirklich Wahnsinn, wie man sowas nur mit Scheren hinbekommt“, zeigte sich die Schmöllnerin Carmen Auer, stellvertretend für viele Besucher, entzückt. Denn die kleine Rathaus-Galerie war brechend voll zur Ausstellungseröffnung mit Werken von Angela Kiesewetter-Lorenz. Mehr als 50 Gäste waren gekommen, so dass die Stühle nicht ausreichten. Bereits 2016 hatte die Scherenschnitt-Künstlerin hier ausgestellt, ihre zweite läuft seit Dienstag Abend.

Unter dem Titel „Sternenengel“ ist die Schau zum Einen ihrer Mutter, zum Anderen Luise Neupert gewidmet. „Von ihr habe ich alles gelernt, was ich über Scherenschnitt weiß“, sagt Angela Kiesewetter-Lorenz. In diesem Jahr ist der zehnte Todestag der Künstlerin. 1984 war das Jahr, in welchem sie sich kennen lernten. „Ich habe eigentlich nach einem Kurs für Malerei und Grafik gesucht“, sagt Kiesewetter-Lorenz. Damals kam sie nach dem Abbruch ihres Studiums zurück in ihre Heimatstadt, mit dem unbedingten Wunsch, sich künstlerisch zu verwirklichen. „Allerdings gab es damals kein Angebot in dieser Richtung, also kam ich zum Freundeskreis Scherenschnitt“, erinnert sie sich.

Der Rest ist Geschichte, seitdem greift die praktizierende Yogalehrerin regelmäßig zur Nagelschere. Beziehungsweise zum Stift. Denn bevor geschnitten wird, muss erst einmal ein Motiv erdacht werden, wobei auch auf die richtige Komposition zu achten ist. Dann wird das Bild auf Transparentpapier abgepaust und von dort dann auf ein zumeist schwarzes Papier gedrückt. „Wobei man darauf achten sollte, dass Buchstaben oder anderes seitenverkehrt aufgemalt wird, weil es ja sonst spiegelverkehrt ist“, beschreibt die Künstlerin in ihrer Ansprache. Dieser zusätzliche Arbeitsschritt mache mehr Arbeit, lasse das Bild aber ausgereifter erscheinen. „Manchmal bin ich aber auch faul und male direkt auf die Rückseite des schwarzen Kartons“, bekennt sie schelmisch.

Die Themenpalette der seit 2015 entstandenen Arbeiten ist dabei sehr umfangreich. Viele Märchenfiguren, aber auch Doppelsinniges und Bäume sind die Motive ihrer Ausstellung, oft mit Weisheiten versehen durch farbige Papiercollagen ergänzt. „Sehr schön ist das. Wir kommen eigentlich zu fast jeder Ausstellung, das gestaltet den Alltag abwechslungsreich“, sagten Petra und Waltraud Leithold aus Nöbdenitz. Auch Renate Enke, die ebenfalls kaum eine Ausstellung verpasst, war voll des Lobes: „Auch, dass Luise Neupert damit geehrt wird, finde ich gut. Sie war trotz ihrer Begabung, ihrem Talent immer so bescheiden.“ Nach wie vor trifft sich der Freundeskreis Scherenschnitt einmal pro Monat in der Volkshochschule. „Ich fand Scherenschnitte schon als Kind faszinierend, weil es in der DDR auch Trickfilme mit dieser Technik gab“, sagt Thomas Morgenstern. Zum Glück gebe es auch in Schmölln einige Kunstinteressierte. Er und seine Frau Ina sind schon seit der Schulzeit mit der Künstlerin befreundet. „Wir sind in der gleichen Straße, fast Tür an Tür groß geworden.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Januar 2020 zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Am 10. Januar wird die Künstlerin von 15 bis 17.30 Uhr einen Scherenschnitt-Schnupperworkshop in der Rathaus-Galerie leiten. Der Erlös geht zugunsten des Freundeskreises Scherenschnitt Schmölln.

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