Schmölln: Unterschiedliche Spitzenzeiten für Spendenbereitschaft

Schmölln  Nachgefragt in Schmölln und Umgebung: Gibt es spezielle Zeiten im Jahr, zu denen Menschen besonders viel spenden?

Blick in den Laden der Tafel in der Altenburger Gabelentzstraße. (Archiv-Foto)

Blick in den Laden der Tafel in der Altenburger Gabelentzstraße. (Archiv-Foto)

Foto: Andreas Bayer

Die Weihnachtszeit ist vorbei. Traditionell ist sie eine Zeit, in der mehr an andere gedacht wird – vor allem an jene, denen es nicht so gut geht. Das zeigt sich auch in vielen Spendenaktionen gerade in der Vorweihnachtszeit. Doch wird nur in dieser besinnlichen Zeit gespendet oder gibt es im Verlauf des Jahres noch andere Höhepunkte, an denen die Spendenbereitschaft der Menschen besonders hoch ist? Wir haben uns bei Schmöllner Institutionen umgehört.

Zu jedem Gottesdienst für gute Zwecke Spenden gesammelt

Wie Pfarrer Dietmar Wiegand von der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Schmölln informiert, spenden die Leute vor allem innerhalb ihrer Gemeinden: „Es liegt sehr daran, wie wir erinnern. Es gibt Gemeindebriefe zu verschiedenen Zeiten, in der Bitten, aber auch der Dank für Spenden versendet wird.“ In den Gemeindebriefen werde über aktuelle Projekte wie Baumaßnahmen oder die Gemeindearbeit informiert, für die immer wieder finanzielle Unterstützungen notwendig seien. Manche Gemeindemitglieder bräuchten sogar einen Spendenaufruf beziehungsweise möchten an diesen erinnert werden. Spenden gibt es etwa für gemeinnützige Projekte innerhalb der Gemeinden, wie für die Radtouren für Jugendliche, die Pfarrer Dietmar Wiegand in den Sommermonaten anbietet.

Doch in den meisten Fällen würden die Spenden für den Erhalt der Kirchen verwendet: „Im Regelfall sind es die großen Bauaufgaben, weil diese viel Geld kosten.“ Gerade bei solchen Projekten zeige sich ein großer Zusammenhalt in den jeweiligen Gemeinden. Zu Spenden werde das ganze Jahr über aufgerufen, wobei an manchen kirchlichen Festen die Spendenbereitschaft besonders hoch sei: „Zu Erntedank gibt es immer eine beachtliche Summe.“ In Form der Kollekte werde zudem zur Hälfte für die eigene Gemeindearbeit und zur Hälfte für gemeinnützige Zwecke Geld gesammelt: „An jedem Sonntag ist im Gottesdienst für die Kollekte ein Zweck bestimmt. Das kann die Hilfspartnerschaft mit Tansania sein oder für die Blindenseelsorge.“ Diese Kollekten werden über das ganze Jahr hinweg gesammelt, während zu Erntedank und an Heiligabend traditionell für Brot für die Welt gespendet werde.

Große Spender bleiben dem Tierheim treu

Durch Corona habe sich an der Spendenbereitschaft doch Einiges geändert, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Tierheims Schmölln, Roswitha Leutert. Im vergangenen Jahr habe die Hauptspendenaktion aufgrund von Corona ausfallen müssen: „Wir haben immer im August unser Tierheimfest. Das war jetzt natürlich ausgefallen.“ Auch an den Futterspende-Boxen in den Einkaufsmärkten sei ein Rückgang an Spenden zu verzeichnen. Doch obwohl die private Spendenbereitschaft etwas zurückgegangen sei, würden die großen Spender regelmäßig über das ganze Jahr tatkräftig unterstützen. Spendenaktionen, wie etwa durch das Friseurgeschäft Stylish und Schön seien unterschiedlich im Jahr verteilt.

Aber wird im Verlauf des Jahres in bestimmten Zeiten mehr gespendet als sonst? Wie Roswitha Leutert weiter erklärt, habe es in der Vorweihnachtszeit in den letzten Jahren nur einige, wenige Spenden mehr gegeben: „Die Spendenbereitschaft hat sich über das ganze Jahr hingezogen. Wir sind zufrieden, obwohl es durch Corona eindeutig weniger geworden ist. Die großen Spender sind uns jedoch treu geblieben.“

Nach Feiertagen erleben Tafeln Spenden-Spitzenzeiten

Die Thüringer Arbeitsloseninitiative Soziale Arbeit (Talisa) betreibt in Altenburg und Schmölln jeweils eine Tafel. Dort können sich Bedürftige mit Lebensmitteln und Haushaltswaren versorgen. Es gebe auch weiterhin kontinuierliche Spenden, erklärt Veronika Graul vom Tafel-Laden der Talisa in Gera, die auch über den Bereich Schmölln und Altenburg informieren kann. Innerhalb des Jahres gäbe es tatsächlich Spitzenzeiten, in denen besonders viel gespendet werde. Während die Spenden der großen Einkaufsmärkte vor bestimmten Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern zurückgingen, würden die Tafeln nach diesen Feiertagen mit Sachspenden regelrecht überhäuft. Die Waren, die nicht verkauft werden, würden demnach nach den Feiertagen in großer Anzahl an die Tafeln weitergereicht. Diesem Trend habe auch Corona keinen Abbruch getan, erklärt Veronika Graul: „Seit Corona werden wir überschüttet mit Waren.“ Sie erklärt sich das auch daraus, dass zurzeit die Supermärkte auf viele ihrer Waren sitzen bleiben würden: „Die Leute kaufen gerade nur das Notwendigste.“