Schmöllner Kirchbauverein lässt sich nicht ausbremsen

Schmölln.  Die Corona-Pandemie in diesem Jahr war ein ordentlicher Schuss ins Getriebe. Doch die Vereinsmitglieder stecken nicht auf, sammeln ideenreich Spenden für die Kirchensanierung

Die öffentliche Übergabe des zweiten Bauabschnittes der Schmöllner Stadtkirche Sankt Nicolai wurde am Freitag mit einer Andacht in der Kirche gefeiert. Bildhauer und Steinmetz Christian Späte zeigte dabei das erste Modell einer Stifterfigur, welche er für die Südseite anfertigen wird.

Die öffentliche Übergabe des zweiten Bauabschnittes der Schmöllner Stadtkirche Sankt Nicolai wurde am Freitag mit einer Andacht in der Kirche gefeiert. Bildhauer und Steinmetz Christian Späte zeigte dabei das erste Modell einer Stifterfigur, welche er für die Südseite anfertigen wird.

Foto: Andreas Bayer

„Es ist wirklich eine Freude, zu sehen, was fünf regionale Firmen derzeit an unserer Kirche leisten, das ist wirklich ganz toll“, äußert sich Peter Mittelstädt, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchbauvereins „Sankt Nicolai“ Schmölln lobend über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Der Verein hatte sich im März 2017 gegründet, um die Kirchgemeinde bei den Sanierungsarbeiten, also der Instandsetzung der Fassade und von Teilen des Daches und der Dachrinne zu unterstützen. „Die Fassade besteht aus Putz und Naturstein. Und besonders der Naturstein war im Laufe der Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden und verwittert“, erinnert sich Peter Mittelstädt.

Der Verein, der inzwischen 26 Mitglieder und einen 7-köpfigen Vorstand zählt, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kirchgemeinde finanziell bei den Sanierungsarbeiten mit insgesamt 200.000 Euro zu unterstützen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen werden sich letztlich auf über 2,7 Millionen Euro belaufen, von denen sich der größte Teil aus Fördermitteln und Investitionen der Stadt Schmölln zusammensetzt.

Allein im ersten Jahr 2017 konnten die Vereinsmitglieder der Kirchgemeinde zur Weihnachtszeit einen Scheck über 20 .000 Euro überreichen – finanziert aus Konzerten und Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der Kirche. 2018 betrug die Schecksumme dann schon 30. 000 Euro und 2019 sogar 35. 000 Euro.

„Die Corona-Pandemie in diesem Jahr ist für uns natürlich ein ganz schöner Schuss ins Getriebe“, stellt Peter Mittelstädt klar. Der Auftritt des Ensembles Amadeus musste ins nächste Jahr verschoben werden. „Und niemand weiß, wie sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten noch entwickeln wird.“ Da ist der Blick zurück doch viel angenehmer. Gern erzählt Peter Mittelstädt, wie die Vereinsmitglieder bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen Flyer verteilen, mit der Bitte, doch etwas für die Kirche zu spenden.

Namhafte Künstler konnten schon für Auftritte zugunsten der Kirche gewonnen werden – und verzichteten teilweise sogar auf ihr Honorar. „Das ist ein tolles Erlebnis – und wenn dann auch noch der Zuspruch vonseiten der Bevölkerung groß ist, dann ist das schon sehr bewegend“, sagt Peter Mittelstädt.

Bislang hat der Verein nie Eintritt genommen zu seinen Veranstaltungen, hat Kaffee und Wein ausgeschenkt und nur um Spenden gebeten. Das kam gut an.

Um die Spender zu würdigen, lässt sich der Verein viel einfallen. So steht im Vorraum der Kirche ein Modell der Kirche. Unabhängig von der Spendenhöhe wird der Name jedes Spenders auf kleinen Schindeln festgehalten, die dann auf dem Dach der Kirche platziert werden. Und jeder Spender erhält auch unabhängig von der Spendenhöhe eine schöne Urkunde. All das kommt gut an. Am Jahresende wird eine Staffelei in einem Rahmen ausgestellt, auf der die Namen aller Spender aufgelistet werden. So wird jeder noch einmal wertgeschätzt.

Wenn es auch nur irgendwie möglich ist, will der Verein auch in diesem Jahr das traditionelle Adventsliedersingen gern unterstützen – doch wer weiß, was bis dahin ist.

Ganz zum Schluss lächelt Peter Mittelstädt und meint: „Was ich Ihnen aber mit Bestimmtheit sagen kann, auch, wenn ich keine konkreten Zahlen nennen darf ist: Wir werden der Kirchgemeinde auch in diesem Jahre wieder viel gutes Geld zu Weihnachten überreichen können.“