Schmöllner Tatami vor ungewisser Zukunft

Schmölln  Lockdown-Schließung des Sport- und Freizeitbades kostet 100.000 Euro im Monat. Ersparnisse sind aufgebraucht. Stadtwerke hoffen auf Überbrückungshilfe

100.000 Euro Umsatzverlust fährt das Schmölln Sport- und Freizeitbad Tatami seit November pro Lockdown-Monat ein. Die erste Schließung dieser Art von März bis Juli 2020 kompensierten die Stadtwerke Schmölln noch aus Ersparnissen. Die sind jetzt aufgebraucht. 

100.000 Euro Umsatzverlust fährt das Schmölln Sport- und Freizeitbad Tatami seit November pro Lockdown-Monat ein. Die erste Schließung dieser Art von März bis Juli 2020 kompensierten die Stadtwerke Schmölln noch aus Ersparnissen. Die sind jetzt aufgebraucht. 

Foto: Jana Borath

Schmölln. Die Lockdown-Schließung seit November 2020 kommt den Stadtwerken Schmölln teuer zu stehen. Für das Sport- und Freizeitbad Tatami sind es 100.000 Euro pro Schließmonat, die der Betrieb an Umsatz einbüßt. November- und Dezemberhilfen sollen jetzt helfen.

Förderwürdigkeit als schwerer Balanceakt

Dass das städtische Tochterunternehmen überhaupt in deren Genuss kommt, war laut Stadtwerkechef Severin Kühnast ein schwerer Balanceakt. Denn weder Land noch Bund hatten Freizeitbäder wie das Tatami auf dem Schirm. Erst nachträglich wurden sie in die entsprechenden Förderrichtlinien hinein definiert.

Nun haben die Schmöllner alle nötigen Anträge dafür gestellt, wofür laut Kühnast sehr viel Arbeit nötig war. Alles musste bis auf Heller und Cent belegt werden: Kurzarbeit für die 21 Beschäftigten und Einnahmen aus dem spärlichen Gutscheinverkauf wurden beispielsweise gegengerechnet.

Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit aber groß, dass in den kommenden Wochen die Hilfsgelder auf dem Tatami-Konto der Stadtwerke landen. Voll werden sie den Umsatzverlust wohl nicht ausgleichen. „Aber sie helfen auf jeden Fall“, sagt Severin Kühnast.

Wirtschaftliche Ungewissheit momentan groß

In die nahe Tatami-Zukunft sieht der Stadtwerkechef trotzdem mit Sorge. Denn er rechnet damit, dass der aktuelle Lockdown im Februar nicht beendet sein wird. Dabei sind Freizeitbäder erneut nicht berücksichtigt worden für Januar-Überbrückungshilfen, sofern sie wie das Tatami zu einem öffentlichen Unternehmen gehören. Der Verhandlungsmarathon, um das zu ändern, beginnt also von vorn. Denn die Monate zwischen Herbst und Frühling seien stets die umsatzstärksten des Sport- und Freizeitbades.

Die wirtschaftliche Ungewissheit momentan ist groß. „Im vergangenen Jahr haben wir das Freibad im Juni eröffnet, das Hallenbad zog im Juli nach“, blickt er auf die Coronaerfahrungen 2020 zurück.

Ersparnisse aufgebraucht für Ausfälle im Lockdown 2020

Dieser erste Lockdown von März bis Juli 2020 im Tatami brauchte die gesamten Ersparnisse für das Sport- und Freizeitbad auf. Die Umsatzausfälle über mehrere Monate hinweg musste der Betrieb aus eigener Kraft kompensieren, weil kein Förder- oder Überbrückungsprogramm griff.

Die Fixkosten seit November 2020 hat das Tatami runtergefahren. Die Wassertemperatur beträgt aktuell 25 Grad. Niedriger könne man nicht gehen, da sonst die technischen Anlagen in Mitleidenschaft gezogen würden, erläutert Kühnast. Auch will die Einrichtung vorbereitet sein, wenn vielleicht schon im Februar wenigstens das Schulschwimmen in der Ronneburger Straße wieder beginnen kann. Sicher ist das aber auch noch nicht und hängt in erster Linie von den dann geltenden Pandemieauflagen im Altenburger Land ab.

Für Kühnast steht fest, dass es eng wird fürs Tatami, wenn die Schließung länger als bis März 2021 dauert. „Bis Februar könnten wir überstehen. Länger kaum. Soweit mag ich mich jetzt schon aus dem Fenster hängen.“

Deshalb wäre es wichtig, dass für das Schmöllner Sport- und Freizeitbad Überbrückungshilfe fließt für Januar und alle anderen Lockdown-Monate, die danach noch kommen sollten. Er könne keine Gelder aus den anderen Stadtwerke-Sparten Trinkwasser, Abwasser und Fernwärme ins Tatami umlenken, sagt Kühnast. „Letztendlich ist unser Bad ein Luxus. Der Korridor, den zu erhalten, ist total eng. Es wird ein Spiel auf Zeit.“