Nachgehakt

Schrottimmobilien in Schmölln ein Unding

Schmölln.  Verwahrloste und herrenlose Gebäude gibt es einige in Schmölln und seinen 44 Ortsteilen.

Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade und die Stadtverwaltung wollen verstärkt den Focus auf die Beseitigung von Schrottimmobilien legen.

Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade und die Stadtverwaltung wollen verstärkt den Focus auf die Beseitigung von Schrottimmobilien legen.

Foto: Jana Borath

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Herbert Köhler aus Schloßig war in den jüngsten Einwohnerversammlungen nur einer von vielen Bürgern der Stadt, die dieses Thema offen ansprachen: Die Vielzahl der Schrottimmobilien in der Kernstadt und ihren inzwischen 44 Ortsteilen sind 30 Jahre nach dem Mauerfall ein Unding. „Es muss Aufgabe sein, dass diese alten Buden verschwinden“, forderte er. In der Verwaltung gehöre das Thema in eine Hand. Ein Begehr, dem die Stadt ab 2020 nachkommen will. Es wird es eine Stelle im Rathaus geben, die sich mit Sonderprojekte befasst, dazu gehören auch die maroden Immobilien. Schon in diesem Jahr habe die Kommune gehandelt und einige verwahrloste, zum Teil herrenlose Häuser gekauft. 140.000 Euro stehen der Verwaltung dafür zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Gebäude beispielsweise in Wildenbörten, Großstöbnitz, Großbraunshain, Zschernitzsch und in Schmölln. Für das Grundstück in der Ronneburger Straße gibt es bereits eine Nachnutzung. Das Haus direkt an der Zufahrt zum Knopf- und Regionalmuseum soll abgerissen werden. Gemeinsam mit dem Straßenbauamt Ostthüringen soll an dieser Stelle der Bundesstraße 7 die Fahrbahn erweitert und so eine unübersichtliche Engstelle beseitigt werden. Auf dem Areal in Wildenbörten – es befindet sich direkt im Dorfzentrum – gebe es Gedanken, hier perspektivisch Platz für Eigenheime zu schaffen. Damit würde die Stadt laut Schrade auch einen Wunsch des Ortsteilrates aufgreifen. Was die Nachnutzung angehe, sei die Kommune offen: „Wenn jemand ein gutes Konzept hat und investieren will, stehen wir dem nicht im Weg“, sagt Schrade beispielsweise mit Blick auf die Lumpziger Immobilie, dem ehemaligen Pfarrhof dort. Für die Kernstadt gebe es noch weitere Problemimmobilien auf der Liste. Gebäude in der August-Bebel-Straße, in der Rudolf-Breitscheid-Straße sowie weitere Häuser in der Ronneburger Straße stünden darauf. Allerdings sei es schwierig, an die Besitzer heran zu kommen. Zum Teil gebe es von denen noch nicht einmal Adressen in Deutschland.

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