Schulen sind in Schmölln für Fernunterricht gerüstet

Schmölln/Dobitschen  Fast alle Schüler verfügen inzwischen über die Möglichkeit, von Zuhause aus unterrichtet zu werden

Das Roman-Herzog-Gymnasium in Schmölln hat lange keine Schüler mehr gesehen. Es könnte auch noch einige Zeit so bleiben, doch darauf ist man vorbereitet.

Das Roman-Herzog-Gymnasium in Schmölln hat lange keine Schüler mehr gesehen. Es könnte auch noch einige Zeit so bleiben, doch darauf ist man vorbereitet.

Foto: Andreas Bayer

„Die Telefonleitungen laufen heiß, aber wir erfahren erst Samstag früh, wie es weitergeht“, sagt Martina Pleuse. Die Leiterin des Schmöllner Gymnasiums kann sich vor Fragen von Eltern derzeit kaum retten, weil diese wissen möchten, wie es ab kommender Woche für ihre Kinder weiter geht. Eine Internet-Plattform zum Lernen Zuhause (eine sogenannte Schul-Cloud) gibt es hier schon seit einigen Jahren.

„Wir müssen den morgigen Tag abwarten, so informieren wir auch die Schulleiter“, sagt Henry Fischer, stellvertretender Leiter des Schulamtes Ostthüringen. Man bereite sich aber auf das vor, was vom Kabinett bereits vorgelegt wurde. Das heißt: Die Schulen bleiben bis 31. Januar geschlossen, der Präsenzunterricht beginnt ab dem 1. Februar im eingeschränkten Regelbetrieb. Man wisse, dass ab dem 11. Januar wieder eine Notbetreuung für Kinder aus den Klassenstufen 1 bis 6 zu gewährleisten sein werde, so Fischer. „Zudem warten wir ab, ob es bei dieser Ferienregelung bleibt.“ An erster Stelle stehe die Sicherung von Leib und Leben, darum seien die Entscheidungen von Bildungs- und Gesundheitsausschuss abzuwarten.

Lange auf den Fernunterricht vorbereitet

Nach dem Regierungsvorschlag sollen etwa Abschlussklassen auch im Januar schon Klausuren und Klassenarbeiten in der Schule abhalten können. „Das mache ich aber nicht“, sagt dazu Tino Schädlich, Leiter der Regelschule Dobitschen. Die Lehrer seien umsichtig gewesen und dürften in den allermeisten Fällen schon die Noten für das Halbjahreszeugnis beisammen haben, ist er überzeugt. „Außerdem läuft das Home-Schooling ganz gut“, sagt Schädlich. Er schätzt, dass rund 98 Prozent der Schüler einen Zugang zur Schul-Cloud hätten, über welche sie regelmäßig Aufgaben bekommen und auch wieder hochladen können. Diese Übungen dürfen zwar nicht benotet werden im Sinne einer Leistungskontrolle, aber können in die Bewertung des Lernverhaltens einfließen.

„Der erste Lockdown hat gezeigt, wie sinnvoll das ist“, so Tino Schädlich. Im Sommer habe man die Cloud aufgebaut, zum Teil konnten die Kinder und Lehrer die Bedienung im Unterricht auch schon üben, bevor der zweite Lockdown kam. Für den kommenden Montag erwartet er die Lieferung von 26 Laptops, die als Leihgeräte an jene Schüler ausgegeben werden, deren Eltern einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Die Finanzierung der Geräte erfolge über den Freistaat. Doch gegenwärtig geht der Schulleiter davon aus, dass es ab Februar wieder Unterricht im Wechselmodell geben wird.

Alle wollen zur Normalität zurück

Auch die Regelschule Schmölln hat im vergangenen Jahr begonnen, mit einer Schul-Cloud zu arbeiten. Bis Ende Oktober sollten alle 330 Schüler ihren Online-Zugang angemeldet haben, erklärt Schulleiterin Steffi Kersten. Hier bekommt jeder Schüler, der es beantragt hat, einen Tablet-PC. Die Lieferung wird für den 19. Januar erwartet. „Ab nächster Woche erhält jeder Schüler Tagesaufgaben“, sagt Kersten. Es werde aber keiner bestraft, wenn es nicht gleich funktioniere, schließlich befinde man sich in einer Extremsituation. Die Noten für das Halbjahreszeugnis seien ohnehin bereits sicher.

Wichtig sei, vor allem zu den Abschlussklassen wieder Zugriff zu haben, um noch mehr Bildung vermitteln zu können. Einen Neustart mit vollen Klassenzimmern wünscht sie sich dennoch nicht, denn aus dem Kollegium gehören viele einer Risikogruppe an. Alle wollten aber wieder in die gewohnte Kontinuität zurück, denn über Online-Unterricht gehe viel Zwischenmenschliches verloren. „Wir sind noch ganz am Anfang, aber zuversichtlich und gut aufgestellt“, so die Schulleiterin.