Soziale Dienste sollen effizienter werden

Meuselwitz.  Ein breites soziales Angebot ist vorhanden, aber kaum vernetzt. Das will das Diakonat des Kirchenkreises nun ändern.

Rund 20 Vertreter sozialer Dienstleister erschienen zum ersten Vernetzungstreffen in der Nordregion des Altenburger Landes.

Rund 20 Vertreter sozialer Dienstleister erschienen zum ersten Vernetzungstreffen in der Nordregion des Altenburger Landes.

Foto: Andreas Bayer

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„Wir haben festgestellt, dass die sozialen Angebote im Norden des Landkreises noch vergleichsweise wenige sind. Darum haben wir zu diesem Treffen eingeladen, damit wir erst einmal voneinander wissen“, sagt Diakon Christoph Schmidt. Am Dienstag erschienen rund 20 Vertreter sozialer und öffentlicher Einrichtungen im Meuselwitzer Lutherhaus, um künftig besser vernetzt zu sein.

Das Diakonat des Kirchenkreises Altenburger Land etwa betreibe in seiner Meuselwitzer Außenstelle schon seit vielen Jahren Beratungen rund um Arbeitslosengeld 2. „Die Ehrenamtlichen werden aber ganz oft auch mit Fragen zu anderen sozialen Problemen konfrontiert“, sagt Schmidt. Weil man dafür gerne auf besser spezialisierte Angebote verweisen würde, sei aufgefallen, dass es zwar einige Akteure gebe, diese aber oftmals nichts voneinander wüssten.

Personalproblem wiegt schwer

Darum gab es eine Vorstellungsrunde, auf der sich die zumeist ehrenamtlich tätigen sowie ihr Angebot vorstellten. Von Straßensozialarbeitern über die Arbeiterwohlfahrt bis hin zur Gerichtshilfe zeigte sich, dass es durchaus ein breitgefächertes Angebot zur Unterstützung Hilfesuchender gibt. „Ein Hauptproblem ist aber das Personal. Der Markt in der Pflege ist leer“, beschrieb ein Mitarbeiter der Diakonie Sozialstation Meuselwitz seine Sorgen.

Wiebke Rösler und Cornelius Dietrich vom Fachbereich Soziales, Jugend und Gesundheit des Landratsamtes in einem Vortrag die bekannten Daten zur Alters- und Einkommensstruktur in der Region vor. So gebe es im Landkreis nur vereinzelt Rentner, die zusätzlich zu ihrer gesetzlichen Rente Grundsicherung beziehen. Nach Schätzungen wäre aber mehr als jeder zweite Rentner in der Region berechtigt, ergänzende Leistungen zu beziehen.

Format soll beibehalten werden

Die so genannte Sozialraumanalyse des Landkreises listet die Bedarfe des ländlichen Raums auf. So müssten die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen gestärkt oder Möglichkeiten der generationenübergreifenden Begegnung geschaffen werden. Über das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben“ bestünden zudem noch Fördermöglichkeiten für Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Entwicklung und Erprobung flexibler Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum.

Aus Sicht des Landratsamtes sei es zudem wünschenswert, auch im Norden des Landkreises einen Teilnehmer für das Sonderprogramm „Thüringer Eltern-Kind-Zentrum“ zu etablieren, wie dies bereits in Altenburg sowie in Posterstein praktiziert wird. „Die Leute müssen erst einmal wissen, dass es uns gibt. Es ist wichtig, dass jede Information schnell die richtigen Leute erreicht“, so Schmidt. Da gebe es durchaus noch Nachholbedarf. Der Sinn der Vernetzung sei auch, dass man nicht alles selber machen müsse, sondern die Experten kenne, die man bei Bedarf anrufen kann.

Mit Maik Gerstner war auch ein Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Elisabeth Kaiser (SPD) anwesend. Er bot an, regelmäßig über neue Förderprogramme zu informieren. Zudem stünden ab März wieder neue Lotto-Mittel zur Verfügung, um die man sich bewerben könne. Am Ende verständigte man sich darauf, das Gesprächsformat beizubehalten und auch themenbezogen besser zusammen zu arbeiten.

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