Umgang mit dem Schweinepest-Ernstfall geprobt

Altenburg.  Krisenstab geht die Maßnahmen durch, die im Fall des Auftretens der Tierseuche im Altenburger Land notwendig sind.

Was ist, wenn bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest festgestellt wird? Dieses Szenario wurde jetzt in Altenburg durchgespielt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein..

Was ist, wenn bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest festgestellt wird? Dieses Szenario wurde jetzt in Altenburg durchgespielt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein..

Foto: Landratsamt Weimarer Land

In Thüringen begann am Dienstag, 13. Oktober, eine landesweite Übung der Veterinärämter im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest. Auch das Veterinäramt des Landkreises Altenburger Land beteiligt sich daran.

Geübt werden bestimmte Abläufe für den Fall des Auftretens Afrikanischer Schweinepest. Amtstierarzt Matthias Thurau schätzt das Risiko, dass auch das Altenburger Land von der Schweinepest befallen werden könnte, als hoch ein.

Rositzer Krisenszenario

In den Stabsräumen des Landratsamtes trat am Dienstagmittag deshalb der Tierseuchenkrisenstab zusammen. Daran beteiligt waren neben Mitarbeitern des Veterinäramtes sowie der Bereiche Katastrophenschutz und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisverwaltung auch Vertreter des Kreisbauernverbandes, der Kriebitzscher Agrargenossenschaft, der Jägerschaft, des Forstes sowie der Verwaltungsgemeinschaft Rositz – VG Rositz deshalb, weil folgendes Krisenszenario angenommen wurde: In Rositz wurde ein Wildschwein tot aufgefunden; labordiagnostisch bestätigt war es an Afrikanischer Schweinepest erkrankt. Sofort leitete der Krisenstab erste Maßnahmen ein, fiktiv natürlich.

Nicht jedes Detail ist geklärt

Dazu gehörten: Einrichten einer Schutzzone (Radius 20 Kilometer) inklusive Kerngebiet (Radius vier Kilometer) um die Auffindstelle des toten Wildschweines, das Aussprechen eines Betretungs- und Bewirtschaftungsverbotes sowie eines Jagdverbotes im betroffenen Bereich und die damit verbundenen öffentlichen Bekanntmachungen und Allgemeinverfügungen sowie das Aufstellen der Warnschilder an den Landkreisgrenzen sowie an den Hauptzufahrtswegen zum betroffenen Gebiet.

Danach wurden im Krisenstab die weitere Schritte besprochen und praktikable Vorgehensweise diskutiert, wobei vor allem die Fach- und Ortskenntnisse der Jäger und Förster gefragt waren. Wer kann beim Aufstellen der Schutzzäune helfen, können die Bauhöfe dabei unterstützen? Stehen den Jägern ausreichend geländefähige Fahrzeuge zum Bergen toter Wildschweine zur Verfügung? Wo lassen sich Kadaversammelstellen einrichten und lohnt sich der Einsatz von Kadaversuchhunden? Was genau wird in welchen Mengen benötigt, um den Boden an der Auffindstelle toter Wildschweine zu desinfizieren? Diese und viele andere Sachverhalte wurden ausführlich erörtert, wobei noch nicht jedes Detail final geklärt werden konnte.

Personalbedarf ermitteln

Am Nachmittag trennten sich die Krisenstabsmitglieder und setzten ihre Arbeit in der jeweiligen Behörde oder Institution fort, um weitere relevante Fakten zu überdenken und zusammenzutragen. Ein ganz wichtiges Thema dabei: Der Personalbedarf, der erforderlich ist und mitentscheidend sein wird, die Afrikanische Schweinepest im Fall der Fälle schnell einzudämmen. Derzeit wird ermittelt, wie viel Personal umliegende Agrargenossenschaften zur Verfügung stellen können, um etwa eine entsprechend eingerichtete Schutzzone nach weiteren toten Wildschweinen zu durchkämmen.