Unter Wert geschlagen

Altenburg  Handball: Die Aufbau-Frauen zeigen beim 18:29 (10:14) gegen TSV Niederndodeleben hohe Fehlerquote

Nadine Zimmermann hatte am Kreis selten so viel Platz wie in dieser Szene.Fotos (4): Axel Ukena

Nadine Zimmermann hatte am Kreis selten so viel Platz wie in dieser Szene.Fotos (4): Axel Ukena

Foto: Axel Ukena

Es lief die 49. Spielminute, Jennifer Vogel hatte nochmals die Chance, die Altenburgerinnen auf zwei Tore Abstand heranzubringen, doch ihr Aufsetzer sprang über das Tor. Als dann noch eine Zwei-Minuten-Strafe für Dennise Hoffmann folgte, war die Moral beim SV Aufbau gebrochen. . .

In den letzten zehn Spielminuten wurde Aufbau unter Wert geschlagen. Jeder Fehler wurde nun bestraft – vom 18:21 bis zum bitteren 18:29-Endstand. Aufbau Altenburg verlor sein erstes Heimspiel der Oberliga-Saison gegen Staffelmitfavorit TSV Niederndodeleben 18:29 (10:14).

27 technische Fehler und 16 Fehlwürde führte Trainer Rony Bärbig ins Feld, dazu ein Zeitstrafenverhältnis von 1:8 – all das entschied das Spiel.

„Es ist sau-ärgerlich, dass du das Spiel noch so abschenkst. Es ist vielleicht normal, dass du so resignierst, aber du musst dich mehr wehren in den letzten zehn Minuten. Eine Vier-Tore-Niederlage gegen so einen Gegner wäre schon etwas anderes für die Moral gewesen.“

Trotz des 1:0 durch Nancy Beine, die trocken die TSV-Hintermannschaft vernaschte, fanden die Altenburgerinnen schwer ins Spiel. Zweimal scheiterten sie vom Siebenmeterpunkt, mehrfach kam bei schnellen Abwürfen der Ball nicht an, es häuften sich Schrittfehler und dergleichen mehr.

„Wir sind Mitte der ersten Hälfte etwas besser reingekommen, in der zweiten Hälfte noch einmal herangekommen. Wir konnten aber dann unsere Leistung nicht aufrecht erhalten“, sagte Nadine Zimmermann. „Daran müssen wir arbeiten, dann werden wir auch den Klassenerhalt schaffen.“

Die Kreisspielerin gehört zum Chemnitzer Trio in den Aufbau-Reihen neben Ellen Wachler im Tor und Jana Kühnel im Angriff.

Kühnel traf neben Franziska Bärbig fünfmal. „Wir sind ja nochmals herangekommen, fanden aber nie den Knackpunkt, um einmal auszugleichen. Wir waren aber auch etwas nervös, wollten vor Heimpublikum alles geben. Immerhin war Niederndodeleben voriges Jahr Dritter. Da kann ich jetzt nur sagen: Kopf hoch.“

Letztlich ist Aufbau an diesem Tag an sich selbst gescheitert, und die cleveren Gäste fanden auch, nachdem Franziska Bärbig, Claudia Voigt und Lara Winkler nochmals für Aufbau auf zwei Tore verkürzten, immer wieder eine Antwort.

In dieser Phase hielt Ellen Wachler die Altenburgerinnen mit tollen Paraden im Spiel. „Ja, wir haben uns dann aber aus der Fassung bringen lassen. Deswegen war es schade, dass wir zum Schluss noch so nachgelassen haben. Zuvor haben wir viele Chancen liegen lassen. Das Ergebnis ist nicht das, was wir gezeigt haben. Ich denke, heute waren alle auch sehr aufgeregt. Aber die Lockerheit kommt schon noch.“

Überschattet wurde die Begegnung durch die Verletzung von Stefanie Lingk Mitte der ersten Halbzeit. Sie war bei einem Spielzug auf Rechtsaußen umgeknickt. „Was es ist, weiß ich noch nicht. Das Knie ist erst einmal geröntgt worden. Am Montag wird ein MRT gemacht“, sagte sie zum Stand.

Derweil blickt Ronny Bärbig schon auf Koweg Görlitz. „Das ist noch mal ein schwerer Gegner. Heute hatten bei uns viele Angst, da klappte auch das schnelle Umkehrspiel und die zweite Welle nicht. Dabei haben wir alles ausgereizt, auch mit sieben Feldspielerinnen bei Zeitstrafen agiert. Aber wenn wir die Bälle nicht reinmachen, dann kriegst du ein Gegentor nach dem anderen. Das muss sich ändern“, sieht er bei seinen Spielerinnen einen Lernprozess.

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