US-amerikanischer Solist beeindruckt in Gößnitz

Felix Friedrich
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Christopher Johnson bei seinem Auftritt in Gößnitz

Christopher Johnson bei seinem Auftritt in Gößnitz

Foto: Felix Friedrich

Gößnitz.  Zwei Kompositionen von Günter Witschurke standen im Mittelpunkt eines Konzertes, dem Kälte und Kinder nichts anhaben konnten.

Es ist absolut nicht alltäglich, dass sich ein namhafter amerikanischer Organist die Ehre gibt, zu einem Konzert in die Gößnitzer Stadtkirche St. Annen zu kommen. So geschehen am vergangenen Sonnabend mit Christopher Johnson, der nicht nur als Organist und Chordirektor in Manhattan an der Riverside Church amtiert, sondern auch als Instrumentalist in verschiedenen Orchestern mitwirkte und nicht zuletzt als Berufspilot tätig ist.

Christopher Johnson hatte zu seinem Konzert das Ensemble eccolo engagiert, das 1991 vom verdienstvollen Altenburger Komponisten Günther Witschurke ins Leben gerufen wurde und mit dem Johnson eine enge künstlerische Zusammenarbeit pflegt.

Barocker Einstieg in ein außergewöhnliches Konzert

Insofern war in Gößnitz ein interessantes Konzert angesagt, das eine breite Palette unterschiedlichster Kompositionen bereithielt, denn zum US-amerikanischen Organisten gesellte sich der Wiener Trompeter und ehemalige Schüler der Altenburger Musikschule, Jonas Friesel von der Vienna Composers Big Band. Er eröffnete zusammen mit Christopher Johnson das Konzert nicht jazzig, sondern ganz barock mit einem Konzert von Peter Johann Fick, dessen strahlende Klänge von Beatrix Kilényi an den Pauken erhöht wurden. Als Solistin präsentierte sich auch Katrin Osten an der Querflöte bei einer leichtfüßig und graziös dahingleitenden Fantasia des Bachschülers Johann Ludwig Krebs.

Ein Lob an Konzertmusiker und Gäste

Zwei Kompositionen von Günter Witschurke standen im Mittelpunkt des Konzertes, eine elegisch dahinfließende Meditation und eine eindrucksvolle Collage für Orgel, Flöte, Trompete, Glockenspiel und Violoncello (mit Eszter Fontana), bei der der Komponist permanent im dunklen Untergrund bedrohlich rollende Passagen mit einem prägnanten Quartmotiv und dem Lutherchoral „Verleih uns Frieden gnädiglich“ verknüpft hatte.

Trotz aller anspruchsvollen Modernität dieser Klänge ging von beiden Werken wie auch von einem ebenfalls sehr meditativen Orgelstück Jonas Friesels eine starke emotionale Wirkung aus. Da störten auch einige zum Teil etwas unruhige Kinder überhaupt nicht, denn deren kurze Aufschreie komplettierten ungewollt und nahezu perfekt die mahnenden Klangstrukturen Witschurkes. Ein großes Lob den Eltern, dass sie nicht sofort das Konzert verließen, sondern die Kinder beruhigten und sie dadurch an ein Konzerterlebnis heranführten.