Von Mutbürgern und Wutbürgern

Schmölln.  Bei Workshop in Schmölln über Demokratie und Toleranz diskutiert.

Auf Einladung des Caritasverbandes für Ostthüringen trafen sich im Kommunikationsraum der Wohnungsgesellschaft Schmölln Vertreter aus sozialen Einrichtungen und Gremien, um sich über Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit auszutauschen.

Zunächst standen die Fragen: „Was sind meine Werte?“ und „Was macht unsere Identität aus?“ im Raum. Referentin Kathrin Schuchardt von der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, lud ein, herauszuarbeiten, was typisch Deutsch ist und was wir von den anderen erwarten können. Selbst in der Analyse der 14-köpfigen Runde, welche augenscheinlich einen ähnlichen Standpunkt zum Thema hatte, zeigte sich, dass typisch Deutsch nicht auszumachen war. Individualität in Bezug auf Herkunft, Religion, Rollenverständnis, Bedürfnissen, Erwartungen und Lebensweisen verkörperte bereits vor Ort eine enorme Vielfalt.

Sozialneid und Existenzängste

Und jeder war schon selbst Vorurteilen ausgesetzt. Also müssen es andere Gründe sein, die zu Hass und Ausgrenzung führen. Diskutiert wurden Sozialneid und Existenzängste, Gruppenidentitäten, Populismus und die Macht der Mehrheit. Das Hinterfragen von Vorurteilen, Verallgemeinerungen und Ausgrenzungen wurde in der Kommunikation als eine konkrete Hilfe und Instrument angeboten.

Dass in Deutschland demokratisch gelebt wird, zeige sich an Persönlichkeitsrechten wie dem Recht auf freie Entfaltung, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, freie Wahlen mit einer Vielfalt von Parteien.

Fazit: Es gibt viel zu tun. Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen, miteinander ins Gespräch zu kommen und allen Bürgern beratend zur Seite zu stehen: Dafür werde sich auch künftig das Team der Caritas-Begegnungsstätte Am Kiesberg 13 einsetzen.