Wandelt als Kinder des Lichts

Wort zum Wochenende von Elke Schenk, Oberpfarrerin in Treben

Elke Schenk, Pastorin im Altenburger Land

Elke Schenk, Pastorin im Altenburger Land

Foto: OTZ

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Nur noch wenige Wochen! Ich kann die Tage fast schon zählen! Der längste Abschnitt meines Lebens neigt sich dem Ende zu. Vor mir noch einmal vier intensive Wochen. Mein Nachfolger genießt seine wohlverdiente Elternzeit. In wenigen Wochen beginnt etwas Neues. Vier Jahrzehnte liegen hinter mir. Ich schaue zurück auf die ersten Jahre in der damals grauen, kohlenstaubgeschwängerten Kleinstadt Meuselwitz. Hier halte ich es keine drei Jahre aus, so meine Gedanken, die ich aus dem südlichen Thüringer Wald kam. Es wurden mehr als drei Jahrzehnte daraus. Vor meinem inneren Auge werden unzählige, liebenswerte Menschen lebendig, die längst nicht mehr sind. Mühsame Jahre für kirchliche Mitarbeiter, dann die Aufbruchsstimmung. Neues ist entstanden, ungeahnte Möglichkeiten taten sich auf. Bald aber die Ernüchterung. Es würde mühsam bleiben für uns als Kirche, trotz der neu gewonnenen Freiheit. 39,27 Jahre im Dienst der Thüringer Kirche, später der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Mit vielen Höhen und Tiefen und sogenannten Strukturveränderungen, die auch mich noch einmal an andere Orte riefen. Meine Kollegen und ich haben Menschen betreut und begleitet, gepredigt, Christenlehrestunden gehalten, getauft, getraut, beerdigt, Jubiläen mitgefeiert. Fragen drängen sich auf. „Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“, heißt es in unserem Wochenspruch (Epheser 5,8b.9).

Habe ich es hell werden lassen, das Licht Christi weitergegeben, den Menschen ein Licht aufgehen lassen? Bin ich meiner riesengroßen Aufgabe gerecht geworden? Habe ich immer getan, was in meinen Kräften stand? War mein Glaube stark genug, um ihn auch weitertragen zu können? Wo habe ich versagt, bin anderen Menschen etwas schuldig geblieben? Habe ich Hoffnung, Gottvertrauen und Glaubensgewissheit überzeugend weitergegeben? Was ist mir an Euphorie der ersten Jahre im Laufe der vier Jahrzehnte verloren gegangen?

„Wandelt als Kinder des Lichts.“ Dieser Satz spricht mich in diesen Tagen besonders an. Ich weiß, dass ich mich zurück lehnen kann, weil ein anderer dafür einsteht, dass jenes Licht niemals verlischt. Es macht das Leben der Menschen hell und freundlich, gibt Hoffnung in schwierigen Zeiten, die so ganz anders sind, als wir uns das oft wünschen. Es bringt Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit immer aufs Neue zum Leuchten. Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt!“ Ich lehne mich getrost zurück und sage einfach nur „Danke“.

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